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Ein Team mit Geschichte : Der Zug zum Flug

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Für Lufthansa-Kunden aus dem Rheinland gab es bald darauf noch eine besondere Möglichkeit, auf der Schiene zum Flug zu reisen. Denn vom 28. März 1982 an verkehrte der Lufthansa-Airport-Express von Düsseldorf über Köln und Bonn an den Frankfurter Flughafen. Statt der N-Wagen in der Kooperation mit dem Flughafen setzt die Bahn hier futuristisch angehauchte Elektrotriebzüge der Baureihe 403 ein (später wurde das Kürzel abermals für den ICE 3 vergeben).

Von „Rheinromantik auf Flughöhe Null“ schwärmte damals die Lufthansa, die mit der Inbetriebnahme der drei Garnituren nach eigenen Angaben zur ersten Fluggesellschaft der Welt mit eigenen Fernzügen aufstieg – wenn auch einige Eisenbahnhistoriker dieses Primat der damaligen Swissair zuerkennen. Weniger poetisch waren die Eisenbahnfans: Wegen der markanten Front mit dem horizontalen Knick in sattgelber Lackierung unter einem lichtgrauen Fensterband tauften sie die Lufthansa-Züge frech „Donald Duck“.

Die erste Strecke der neuen Zusammenarbeit: Stuttgart-Frankfurt Flughafen

Kurz fremdelten die an Zubringerflüge nach Frankfurt gewohnten Passagiere mit dem neuen Angebot, doch schon ab dem Sommer 1982 wurde der Express zur Zufriedenheit der Lufthansa angenommen. Bei der Inneneinrichtung der Triebzüge nahm man damals Maß an der Douglas DC 10. Es gab Bedienung am Platz, dazu Getränke nach Wahl sowie Zeitungen und Zeitschriften. 1993 endete der Einsatz der innovativen Triebzüge.

In den 1990er Jahren wurde dann die Basis für die heutige Zusammenarbeit zwischen Lufthansa und Bahn gelegt: 1998 unterzeichneten beide Unternehmen eine Absichtserklärung. Eine Voraussetzung dafür sei das sogenannte „intermodale Codesharing“ gewesen, heißt es bei der Bahn. Dahinter steckt die Vergabe von Iata-Buchstabencodes an Bahnhöfe. „So können Reiseabschnitte per Bahn direkt in den Reiseplan der Fluggesellschaft integriert werden“, erklärt eine Sprecherin der International Air Transport Asociation. Insgesamt haben in Deutschland bis heute 95 Bahnhöfe einen Iata-Code erhalten.

Die direkte Zusammenarbeit im Programm Lufthansa Express Rail begann (zunächst unter dem Namen Airrail) im Jahr 2001 auf der Strecke Stuttgart–Frankfurt Flughafen. Als zweiter Bahnhof kam Köln im Jahr 2003 dazu. Auf beiden Destinationen konnte die Bahn die hohe Geschwindigkeit ihrer ICE mit maximal 280 km/h (Stuttgart bis Mannheim) und sogar bis zu 300 km/h (Köln bis Frankfurt Flughafen) ausspielen. Zu den derzeit 17 Städten, von denen aus es Verbindungen an Deutschlands größten Flughafen gibt, kommen im Sommer 2021 Hamburg und München sowie im Winter 2021/22 Berlin, Bremen und Münster. Gefahren werden alle Verbindungen mit ICE der Generationen 1, 3 und 4. Neu sind dabei Sprinter-Verbindungen aus Düsseldorf (über Köln), Hamburg (über Hannover) und München (über Nürnberg). Passend zur Ausweitung des Angebots ist die digitale Buchungsschnittstelle zwischen Bahn und Fluggesellschaft flexibler gemacht worden.

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