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Alternative Adventskalender : Advent, Advent, kein Türchen klemmt

  • -Aktualisiert am

24 Überraschungen von Lego Bild: Wolfgang Eilmes

Schokolade im Adventskalender ist langweilig. Sind Lego-Männchen, Playmobil-Motorräder, Schraubenzieher, Zaubertricks oder Hubschrauber nicht spannender? Wir meinen schon.

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          Rolf Zuckowski, dem wir Kinderseelen den gesungenen Rührkuchen „In der Weihnachtsbäckerei“ nicht genug danken können, hat auch den Adventskalender beschmalzt: „Kleine Kinder, große Kinder haben einen Traum: 24 Türchen hat der Weg zum Weihnachtsbaum“, heißt es in seinem Lied, das in einer späteren Strophe behauptet: „Kleine Kinder, große Kinder spüren irgendwie: Diese Türchen, die verlieren ihr Geheimnis nie.“

          Das ist ja wohl die Negation des Adventskalenders als solcher, ganz egal, wie sinnig es klingt! Das Wesen eines Adventskalendertürchens ist es doch, pünktlich aufs Datum sein Geheimnis, nämlich das, was dahintersteckt, ohne schuldhaftes Zögern preiszugeben. Nichts Schlimmeres ist doch zu denken als ein Türchen, das sich dagegen sträubt, klemmt, nicht aufgehen will, das gar - wie so oft in fernen Tagen billiger DDR-Produkte geschehen - abgerissen werden muss, damit man bibbernd mit nackten Füßen im morgendlichen Halbdunkel das Bildchen dahinter sehen oder an das Schokolädchen gelangen kann.

          Der Adventskalender von FAZ.NET: Türchen öffnen, Rätsel lösen, Geschenke gewinnen. Bilderstrecke
          Der Adventskalender von FAZ.NET: Türchen öffnen, Rätsel lösen, Geschenke gewinnen. :

          Doch sollen und müssen die Türchen nicht nur ihr jeweiliges Geheimnis preisgeben, angesichts aktueller Adventskalender mit mehr oder weniger technischem Hintergrund lässt sich mit Fug und Recht behaupten: Sie haben gar keine Geheimnisse mehr. Denn groß ist ihnen, ganz egal, ob Lego, Brio oder Playmobil, aufgedruckt, was drin ist, wenn die Türchen aufgehen. Schließlich müssen diese kastenartigen Adventskalender, die meist so zwischen 20 und 30 Euro kosten, ihre erwachsenen Käufer finden, die nicht die Katze im Sack respektive Schund hinterm Türchen wollen.

          Und wenn die unsterblich in einen theoretischen Physiker verschossene Freundin ihrem Allerliebsten einen Adventskalender mit der Aufschrift Raspberry Pi schenkt, mag sie so sexy und naiv wie Penny aus „The Big Bang Theory“ sein, aber sie wird nicht glauben, dass hinter dessen Türchen britische Pasteten stecken.

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