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Schlusslicht : Also jetzt mal langsam

Elektrische Kleinstroller sollen künftig legal auf die Fahrradwege dürfen. Bild: dpa

Menschen vor stinkenden Kaminöfen schützen. Elektrische Kleinstroller auf die Fahrradwege bringen. An Tempo Null halten. Das war die Woche.

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          Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut. Jüngstes Beispiel ist der Versuch, die Menschen vor stinkenden Kaminöfen zu schützen. Holzfeuerung ist zwar erwünscht, weil das ein nachwachsender Rohstoff ist, nur stört der Geruch. Also lag dem Kabinett in dieser Woche eine Initiative der Länder vor, dass die Schornsteine künftig nahe des Dachfirsts anzubringen seinen und diesen deutlich überragen müssten – im Falle eines Neubaus und beim Ersatz von Altanlagen. Die Abgase werden freilich davon nicht weniger. Der Hieb trifft außerdem auch moderne Holz- und Pelletheizungen, über die sich gar niemand beschwert. Und weil der neue Schlot einen vierstelligen Betrag kostet, wird das den Austausch der alter Stinker unter den Öfen verzögern. Die Folge sind mehr Schadstoffe, nicht weniger. Die Minister für Wirtschaft und Inneres haben das Vorhaben erst einmal ausgebremst. Jetzt liegt es auf der Wiedervorlage.

          Lukas Weber
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Weit gediehen ist aber ein Plan, der – man glaubt es kaum – nichts verbieten, sondern etwas Neues erlauben will. Elektrische Kleinstroller sollen künftig legal auf die Fahrradwege dürfen. Das ist der Schrecken der von unverschämten Radfahrern gebeutelten Fußgänger, weil jene mangels einer oder neben der Spur durch die Menschenmassen brettern und es Rollerfahrer nicht anders machen werden. Dass die Dinger nur 20km/h laufen dürfen, ist kein Trost. Rasen ist halt relativ.

          Das wird in der aus der Mottenkiste geholten Debatte um ein Tempolimit gern vergessen. Maximal 130km/h sollen weniger Tote und Abgase bedeuten. Wenn die Theorie stimmt, sind höchstens 100 besser und 70 noch besser. Am besten ist dann Tempo Null – falls sich alle dran halten, gibt es keinerlei Abgase mehr, und niemand muss an Raserei sterben. So etwas Ähnliches gab es schon mal in den Siebzigern, als autofreien Sonntag. Wir warten nur darauf, das jemand diesen Unfug wiederbelebt.

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