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Schlusslicht : Als Corona Pleite ging

Wir haben beides – Corona und einen Fahrradboom. Bild: dpa

Vierzig Jahre lang hielt sich Corona tapfer. Dann kam eine Fahrradkrise. Was will uns das sagen?

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          Manche Dinge, die in der Zukunft liegen, kann man sich heute noch gar nicht vorstellen. Dass Elon Musk Ladesäulen auf dem Mars aufstellen wird, zum Beispiel, oder dass Ex-Präsidenten dort in einem Luxuskrater Golf spielen werden. Gewöhnliche Menschen wie wir müssen zusehen, dass sie in der Gegenwart zurechtkommen, was sich nachteilig auf den Weitblick auswirkt. Das war schon immer so. Niemand hat sich im Jahr 1932 vorstellen können, welch ein Fahrradboom im Jahr 2021 herrschen würde.

          Walter Wille
          Redaktion „Technik und Motor“

          Was wir uns heute noch nicht vorstellen können: Es wird eine Zeit kommen, in der wir in den Taschen von Kleidungsstücken, die wir eine Weile nicht getragen haben, vergessene Masken entdecken werden. Masken, die wir nicht mehr benötigen. Noch ist es nicht so weit, aber wir stehen zu der Prognose. Noch können es sich nur wenige Auserwählte leisten, die Maske fallen zu lassen. Machthaber etwa, die in Ruhe ihr Volk verprügeln und einsperren dürfen, weil sie Großabnehmer unserer Autos sind oder Lieferanten von Gas und Sputnik V.

          Schon die Generation unserer Groß- und Urgroßeltern kannte Corona. Das Unternehmen aus Brandenburg an der Havel („Bestes Material. Vorzüglichste Ausführung“) wurde 1891 zur Herstellung von Fahrrädern gegründet, vorübergehend wurden auch Motorräder, Automobile sowie das dreirädrige „Coronamobil“ produziert. Online-Nachschlagewerken zufolge war es eine – uns bisher nicht bekannte – Fahrradkrise Ende der zwanziger Jahre, die Corona den Garaus machte und zur Liquidation im Jahre 1932 führte.

          Wie anders doch die Lage heutzutage ist! Wir haben beides – Corona und einen Fahrradboom. Versuchen Sie mal, im Handel ein Rad Ihrer Wahl zu ergattern. Viel Erfolg! Tja, wenn sie das geahnt hätten, damals in Brandenburg an der Havel.

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