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Tech-Talk : Alarm am Automarkt

  • -Aktualisiert am

Verunsicherte Kunden, Zwang zur E-Mobilität: Am Automarkt wird 2020 der Teufel los sein. Die fulminanten Absatzzahlen für 2019 täuschen, sie sind einem Sondereffekt geschuldet.

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          Zum Jahreswechsel verdirbt man ungern die gute Stimmung, doch was nützt es, die Augen zu verschließen? Die Automobilindustrie meldet für 2019 fulminante Absatzzahlen, von der sich schon in den Beschäftigungsverhältnissen niederschlagenden Katerstimmung keine Spur. Das ist, obgleich es auf den ersten Blick so erscheint, kein Widerspruch.

          Die Branche meldet in diesem Jahr noch an, was geht. All jene Autos, deren Motoren relativ hohe CO2-Emissionen ausstoßen, müssen eine Erstzulassung bekommen, bevor im nächsten Jahr das neue CO2-Regime mit seinen strafbewehrten Grenzen in Kraft tritt. Auf den Höfen der Händler wird es eng, Kurz- und Tageszulassungen gesellen sich zu jungen Gebrauchtwagen mit langen Standzeiten. In der Branche ist die Rede von mehr als einer Million unverkaufter Wagen. Viele gelten als toxische Ware, die im kommenden Jahr mit für den Kunden schönen Abschlägen verramscht werden wird.

          Doch nicht nur das. Einige Hersteller geben ihren Händlern nicht mehr nur Absatzziele vor, sondern auch CO2-Grenzen. Es wird deshalb zu kuriosen Verkaufsgesprächen kommen, in denen Händler, die schon zu viele Autos mit hohen Abgaswerten verkauft haben, den interessierten Kunden wegschicken werden. Andererseits müssen Elektroautos und Plug-In-Hybride in den Markt gedrückt werden, um jene Strafzahlungen zu vermeiden, die bei Überschreiten der grundsätzlich geltenden 95 g/km CO2-Grenze bezahlt werden müssten.

          Im Handel wird im Jahr 2020 der Teufel los sein, die Kunden werden überraschende Angebote sehen, und der Gesamtmarkt wird, diese Prognose wagen wir mal, um rund 5 Prozent sinken. Guten Rutsch.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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