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Airbus : Flugangst

Airbus hat sich entschieden im A 350 XWB auf die Lithium-Ionen-Hauptbatterie zu verzichten. Weil die Vorfälle in Boeings Dreamliner noch nicht vollends aufgeklärt sind.

          Das Drama ist rund um die Welt zu besichtigen. Dutzende Boeing 787 stehen auf Flughäfen herum, nach zwei Schmorbränden im Rumpf ist die gesamte Modellreihe mit Startverbot belegt - seit Wochen. Die Techniker des amerikanischen Herstellers arbeiten an einer Lösung, aber weiter als bis zu der Erkenntnis, dass die Fehlerquelle mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Kurzschluss in oder an der Batterie liegt, sind sie bislang nicht gekommen. Vereinzelt werden Testflüge absolviert.

          Doch wenn die Behebung so lange dauert, scheint das Problem gravierend. Dafür spricht auch der Paukenschlag, der nun aus Frankreich zu hören ist. Airbus hat sich entschieden, in seinem kurz vor der Markteinführung stehenden Konkurrenzmodell A 350 XWB auf die in Rede stehende Lithium-Ionen-Hauptbatterie zu verzichten und zunächst bewährte „alte“ Nickel-Cadmium-Akkumulatoren einzusetzen. Man sei zwar von der Sicherheit seiner mit dem Unternehmen Saft entwickelten Lithium-Ionen-Batterien überzeugt und setze deren Erprobung fort, doch seien die Vorfälle in Boeings Dreamliner bis auf weiteres nicht zur Zufriedenheit aufzuklären, lässt Airbus wissen. Das ist ein selten gehörtes Eingeständnis. Und es setzt Boeing noch mehr unter Druck, müssten doch alle Maschinen umgerüstet werden. Wie groß der Aufwand wäre und ob ein Umbau überhaupt möglich ist, damit muss sich Boeing beschäftigen. Peinlich und teuer ist der Vorfall allemal. Aber Sicherheit hat keinen Preis.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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