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Tech-Talk : 5G? Das alles passt nicht zusammen!

  • -Aktualisiert am

Jeden Tag neue Nachrichten und neue Begehrlichkeiten rund um den Mobilfunkstandard 5G. Wie immer wird dem Publikum zunächst der Mund wässrig gemacht.

          Jeden Tag neue Nachrichten und neue Begehrlichkeiten rund um den Mobilfunkstandard 5G. Anfang kommenden Jahres sollen die Frequenzen versteigert werden, danach beginnt der Netzausbau. Wer den Mobilfunk seit seinen Anfängen kennt, weiß, wie das Ganze abläuft: Zunächst wird dem Publikum der Mund wässrig gemacht, die neue Technik sei um Größenordnungen besser, schneller und effizienter als die alte, also die Voraussetzung für eine wunderbare Zukunft.

          So hat man das mit UMTS erlebt. Die Lizenzen für diese 3G-Technik wurden im Sommer 2000 in Deutschland für sage und schreibe 50 Milliarden Euro versteigert. Es war von „Killerapplikationen“ die Rede, welche den gesamten Mobilfunkmarkt revolutionieren würden. Man versprach Datenraten von mehreren Megabit in der Sekunde. Die ersten Geräte kamen jedoch erst spät, der Netzausbau verlief holprig. Als dann UMTS an den Start ging, blieb das Datentempo in den funkversorgten Gebieten bei müden 384 KBit/s, also weit hinter den Ankündigungen, und die Preise waren gepfeffert.

          Nun heißt es in der nächsten Runde, dass 5G das Internet der Dinge ermögliche, sowie smarte Städte, intelligente Häuser und selbstfahrende Autos. Doch die Probleme bleiben. Die Bundesnetzagentur will die 5G-Lizenznehmer verpflichten, 98 Prozent der Haushalte zu versorgen. Wie damals bei UMTS. Folglich werden 30 Prozent der Fläche in Deutschland kein 5G erhalten. Derweil fordern Unternehmen wie Daimler, VW und andere eine lückenlose Abdeckung entlang aller Verkehrswege für das autonome und vernetzte Fahren. Das neue Netz müsse niedrige Reaktionszeiten und zugleich hohe Datenraten von über 500 MBit/s aufweisen.

          Das alles passt nicht zusammen. Die Vergaberegeln für die Auktion 2019 schreiben das aktuelle Funkloch-Desaster in Deutschland fort. Ein nationales Roaming, also der Netzwechsel bei schlechtem Empfang, könnte hilfreich sein, ist aber ordnungspolitisch umstritten.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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