https://www.faz.net/-gy9-9h7x3

Tech-Talk : 5G an der Milchkanne

  • -Aktualisiert am

Die Bundesnetzagentur hat die Vergaberegeln für den künftigen 5G-Standard verabschiedet. Das Drama kann seinen Lauf nehmen. Der systemische Geburtsfehler früherer Frequenzauktionen wird bewusst wiederholt.

          Deutschland soll zum Leitmarkt für 5G-Anwendungen werden, hatte das Bundeskabinett nach seiner Digitalklausur in Potsdam verkündet. Nun wird beim Mobilfunkstandard der Zukunft wieder zurückgerudert. Kein 5G an jeder Milchkanne, sagt Ministerin Karliczek, und Kanzleramtschef Braun pflichtet bei, auch 4G sei schon „verdammt schnell“ und versorge die Menschen gut. 100 Prozent Netzabdeckung für 5G seien übertrieben.

          Die Bundesnetzagentur hat jetzt die Vergaberegeln für den künftigen Standard verabschiedet, und das Drama kann seinen Lauf nehmen. Der systemische Geburtsfehler früherer Frequenzauktionen wird bewusst wiederholt, wenn man nun abermals vorschreibt, was noch nicht einmal für 4G erreicht ist, dass nämlich nur 98 Prozent aller Haushalte versorgt werden, im Falle 5G bis Ende 2022. Das bedeutet, dass wie bisher 20 bis 30 Prozent der Fläche unversorgt bleiben.

          Der Chef von United Internet, Ralph Dommermuth, brachte es auf den Punkt: Wir verzwergen uns im Vergleich zu Ländern wie Südkorea, Japan, den Vereinigten Staaten und China. Die Idee eines deutschen Leitmarkts für 5G ist schon jetzt eine Totgeburt. Zurück an die Milchkannen, mag man der Politik entgegenrufen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Eine ingeniöse Meisterleistung Video-Seite öffnen

          F.A.Z.-Fahrbericht Audi e-tron : Eine ingeniöse Meisterleistung

          Das erste Voll-Elektro-Auto der Vier-Ringe-Marke ist nur vordergründig eine Vernunft-Entscheidung gegen Abgase und für bessere Luft. Denn mit 80.000€ schlägt ein Preis zu buche, der eine ingeniöse Meisterleistung verspricht, die es zu Erfüllen gilt.

          Horror in Überlänge

          Schlusslicht : Horror in Überlänge

          Tesla, die Deutsche Bank und der Naturschutzbund Nabu lehren uns das Fürchten. Nur Dieter Zetsche nicht. Der haut einfach ab. Echt schwach.

          Das Darknet - Ort der Kriminalität? Video-Seite öffnen

          Erklärvideo : Das Darknet - Ort der Kriminalität?

          Die internationalen Polizeibehörden haben ein Pädophilen-Netzwerk zerschlagen, das im Darknet operierte. Diesen dunklen Bereich des Internets nutzen Menschen, die verborgen unterwegs sein wollen. Dazu gehören neben Schwerkriminellen auch Whistleblower und Regimekritiker, die Zensur umgehen wollen.

          Topmeldungen

          Trauer und Jubel in Berlin : Den Grünen gehen die Superlative aus

          Während bei den Grünen die Freude über die Wahlergebnisse in Europa und in Bremen „wahnwitzig“ groß ist, ist die Stimmung bei der Union schon vor der Verkündung der Prognosen auf dem Tiefpunkt. Und bei der SPD wackelt die Parteichefin nach dem Doppeltiefschlag.

          SPD-Debakel in Bremen : Untergang an der Weser

          In Bremen ist das Historische geschehen: Zum ersten Mal seit 73 Jahren liegt die CDU vor der SPD, die ihr schlechtestes Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik verkraften muss. Wie soll sie aus diesem Tief wieder herauskommen?

          Nach SPD-Debakel : Lauterbach für Rot-Rot-Grün in Bremen und im Bund

          Die SPD hat ein historisches Wahldebakel erlitten. Trotzdem sei nicht die Zeit für Personaldebatten um Nahles, sagt SPD-Politiker Karl Lauterbach. Dafür fordert er mehr Umweltbewusstsein in seiner Partei – und Mut zu neuen Bündnissen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.