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3er BMW : Kommunikationszentrale

Das neue Head-up-Display mit liebevoll gezeichneten Details Bild: Hersteller

Im 3er-BMW die Fülle der Möglichkeiten entdecken: Kaum überschaubare Internetdienste mit iDrive und Connected Drive. Für Technikbegeisterte ist der 3er ein Eldorado.

          3 Min.

          Den Gedanken, dass man im neuen 3er-BMW einfach losfährt und sich dann unterwegs mit der Kommunikationstechnik vertraut macht, den schiebe man getrost beiseite. Das volumenstärkste Modell der Bayern bringt gegen Aufpreis nahezu alles mit, was BMW derzeit im Angebot hat: Head-up-Display, Office-Funktionen, Connected Drive, Echtzeit-Staudaten, Verkehrsschilderkennung und jede Menge Apps. Man könnte ein Buch dazu schreiben, denn rund um das Navigationssystem „Professional“ ist quasi ein vollwertiges Computersystem entstanden, das mit einer Fülle von Möglichkeiten und Optionen auftrumpfen will. Es gibt Online- und Offline-Dienste, Anwendungen für die fest verbaute Sim-Karte des Fahrzeugs und weitere, die sich erst nach dem Andocken eines iPhone erschließen.

          Das „Professional“-System mit seinen Hauptmenüs
          Das „Professional“-System mit seinen Hauptmenüs : Bild: Hersteller
          Michael Spehr
          (misp.), Technik & Motor, Wirtschaft

          Also eine bunte Mischung aus viel Sinnvollem und manchem Überflüssigen, bisweilen einfach zu bedienen, aber gelegentlich tückisch wie das Programmieren eines Videorekorders vor zehn Jahren. Wir haben uns doch oft geärgert. Etwa, dass nach dem Aufruf von BMW-Apps am Smartphone die Musikübertragung mit Bluetooth neu einzurichten ist. Oder dass man vom Web-Radio ausgehend nicht ins zuletzt angezeigte Menü zurückgehen kann. Ferner über sage und schreibe drei Office-Module an verschiedenen Stellen, die ganz Unterschiedliches bedeuten.

          Die Hand bleibt unten
          Die Hand bleibt unten : Bild: Hersteller

          In den Details ist die Hardware im neuen 3er-BMW den Anlagen der großen Brüder wie aus dem Gesicht geschnitten: Den Bordmonitor im Breitbild-Format mit 22 Zentimeter in der Diagonale, den Controller vor der Mittelarmlehne sowie die acht Schnellzugriffstasten kennt man schon aus 5er und 7er. Letztere sind die Rettungsanker für unbedarfte Fahrer. Denn sie lassen sich individuell mit Funktionen belegen und zeigen ihren Status, wenn man leicht mit dem Finger über die Tastenfläche fährt: Taste 1 leitet dann beispielsweise immer nach Hause. Dass die Materialanmutung der Bedienelemente nicht an den 5er oder 7er heranreicht, sei am Rande bemerkt.

          Unterwegs sehen, was die anderen im Netz gerade machen
          Unterwegs sehen, was die anderen im Netz gerade machen : Bild: Hersteller

          Das optional erhältliche Head-up-Display ist ein großer Pluspunkt, wenn es um das schnelle Erfassen von Informationen bei minimaler Fahrerablenkung geht. Über der Motorhaube scheinen die Inhalte zu schweben, und die Detailtiefe der Darstellung ist im Vergleich mit der Konkurrenz überragend. Man sieht nicht nur die aktuelle Geschwindigkeit, sondern auch sehr differenzierte Hinweise bei der Routenführung in einer Schemazeichnung. Ferner ist das von Kameras erfasste aktuelle Tempolimit der Verkehrsschilderkennung eingeblendet, und hier arbeitet die Technik deutlich besser als bei anderen Herstellern. Zudem werden Informationen aus der Telefonabteilung in die virtuelle Anzeige eingespielt, etwa der Name des Anrufers bei eingehenden Telefonaten. Auf dem Bordmonitor spielt sich das Geschehen nach den üblichen BMW-Konventionen ab. Bei hellem Sonnenschein spiegelt die stets präsente Anzeige ein bisschen, sie dient auch als Rückfahrmonitor und zeigt die Bilder einer gegebenenfalls vorhandenen Seitenkamera. Die Darstellung lässt sich teilen, ausgehend vom Hauptmenü blättert man die einzelnen Funktionsbereiche auf. Eine vollständige Schilderung aller Funktionen würde den Rahmen sprengen. Wir konzentrieren uns deshalb auf einige Finessen. Zunächst Connected Drive, die Zentrale der Vernetzung. Neben einer Reihe von BMW-Diensten wie Hotline und Notruf-Funktion gibt es zum Nutzen mit der Sim-Karte des Fahrzeugs einen browserbasierten Web-Zugang, der lediglich im stehenden Fahrzeug funktioniert und nicht nur unter der kümmerlichen Darstellung, sondern auch an der fehlenden Eingabehilfe für Web-Adressen leidet. Eine Handschrifterkennung, wie sie Audi für sein MMI-System anbietet, hat BMW zunächst nur für die asiatischen Märkte vorgesehen. Man malt dann die einzelnen Buchstaben auf die Controller-Oberfläche.

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