https://www.faz.net/-gpc-889ie

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Syrien : Putin möchte Assad retten

  • Aktualisiert am

Russlands Präsident Wladimir Putin Bild: dpa

In einem Fernsehinterview hat sich Russlands Präsident Putin offen über seine militärischen Ziele in Syrien geäußert. Es gehe ihm um die Rettung des umkämpften Assad-Regimes.

          1 Min.

          Russlands Staatschef Wladimir Putin hat in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CBS seine Unterstützung für Syriens Machthaber Baschar al-Assad bekräftigt und verteidigt. CBS-Moderator Charlie Rose sagte laut am Donnerstag vorab veröffentlichten Interviewauszügen, die verstärkte russische Militärpräsenz in Syrien lege nahe, dass Moskau Assad „retten“ wolle. „Da haben Sie recht“, antwortete Putin.

          „Und es ist meine tiefe Überzeugung, dass jede gegenläufige Handlung – zur Zerstörung einer legitimen Regierung – eine Lage schaffen wird, die man jetzt in anderen Ländern der Region oder in anderen Regionen wie etwa Libyen sehen kann, wo alle staatlichen Einrichtungen zerfallen sind“, fügte der russische Präsident hinzu. Auch im Irak sei „eine ähnliche Situation“ zu beobachten.

          Assad zu Dialog aufgefordert

          Damit kritisierte Putin indirekt die Vereinigten Staaten, die in den vergangenen Jahren sowohl im Irak als auch in Libyen mit ihrem militärischen Eingreifen den Sturz der bestehenden Regierungen herbeigeführt hatten. Für das Bürgerkriegsland Syrien forderte Putin ein anderes Vorgehen. Es gebe „keine andere Lösung der syrischen Krise als eine Stärkung der tatsächlichen Regierungsstrukturen und Hilfe für sie, um den Terrorismus zu bekämpfen“. Zugleich müsse Damaskus dazu gedrängt werden, „sich an einem positiven Dialog mit der vernünftigen Opposition zu beteiligen und Reformen durchzuführen“. Das vollständige Interview will CBS am Sonntag ausstrahlen.

          Die Vereinigten Staaten werfen Russland vor, seine Militärpräsenz in Syrien zu verstärken und damit Assads Position zu festigen. Nach amerikanischen Angaben schickte Moskau nach Panzern, Artillerie und Soldaten inzwischen auch Kampf- und Aufklärungsflugzeuge nach Syrien. Washington fürchtet vor allem, dass sich im syrischen Luftraum russische Flugzeuge und Flugzeuge der von den Amerikanern geführten Militärkoalition bei ihren Luftangriffen gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in die Quere kommen könnten.

          Am Montag treffen sich Putin und Präsident Barack Obama am Rande der UN-Generaldebatte in New York, dabei soll es vor allem um den Syrien-Konflikt gehen. Anlässlich der Generaldebatte und angesichts der Flüchtlingskrise wird derzeit international verstärkt über einen Ausweg aus dem syrischen Bürgerkrieg diskutiert. Vor allem westliche Staaten fordern seit langem, dass Assad abgelöst wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich am Donnerstag allerdings erstmals für Gespräche mit Assad aus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.