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Südsudan : Vereinte Nationen schicken 5500 weitere Blauhelme

  • Aktualisiert am

UN-Soldaten im Südsudan. Bild: REUTERS

Einstimmig hat der UN-Sicherheitsrat beschlossen, die Friedenstruppen in dem afrikanischen Land fast zu verdoppeln. Unterdessen wurden erste Massengräber entdeckt.

          Die Vereinten Nationen entsenden tausende zusätzliche Blauhelm-Soldaten nach Südsudan und wollen damit einen drohenden Bürgerkrieg verhindern. Angesichts der rasant eskalierenden Gewalt in dem ostafrikanischen Land hat der UN-Sicherheitsrat am Dienstag einstimmig den Plan von Generalsekretär Ban Ki-Moon genehmigt, die Stärke der Friedenstruppe so schnell wie möglich fast zu verdoppeln.

          Die Zahl der Blauhelme soll auf 12.500 von derzeit 7000 steigen und die Zahl der UN-Polizisten auf 1323 von derzeit 900. Die Soldaten sollen die zehntausenden von Menschen schützen, die in den UN-Lagern Hilfe suchen. Ban warnte jedoch: „Selbst mit den zusätzlichen Kapazitäten werden wir nicht in der Lage sein, jeden Zivilisten zu schützen, der im Südsudan in Not ist.“

          Schon tausende Tote

          Nach Einschätzungen der UN starben seit Beginn der Kämpfe vor zehn Tagen tausende Menschen, Zehntausende sind auf der Flucht. Rund 45.000 Menschen suchen auf UN-Stückpunkten Sicherheit. Sie berichten von Hinrichtungen und haben Angst, die UN-Lager wieder zu verlassen. Ban sagte, es gebe keine militärische Lösung. „Das ist eine politische Krise, die eine friedliche, politische Lösung erfordert.“

          Dutzende Opfer sind nach UN-Angaben in Massengräbern verscharrt worden. „Wir haben ein Massengrab in Bentiu, im Bundesstaat Unity, entdeckt und es gibt Berichte über mindestens zwei weitere Massengräber in Juba“, teilte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, am Dienstag in Genf mit. Nach Angaben von UN-Diplomaten sollen mindestens 75 Leichen gezählt worden sein.

          Steinmeier: "Bürgerkrieg verhindern"

          Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, die Nachrichten aus dem Krisenstaat seien bestürzend. „Wir müssen jetzt verhindern, dass aus den Kämpfen ein ethnisch motivierter Bürgerkrieg wird, der das ganze Land erfasst.“ Deutschland unterstütze das erst zwei Jahre alte Land vor allem mit humanitärer Hilfe und entwicklungspolitischem Engagement. „Ich bin froh, dass es uns in den letzten Tagen mit tatkräftiger Hilfe der Bundeswehr gelungen ist, die deutschen Staatsbürger aus dieser gefährlichen Lage zu evakuieren.“ 98 Personen waren ausgeflogen worden.

          Die Vereinigten Staaten stationierten weitere Soldaten im Nachbarland Uganda. Sie sollen bei der weiteren Evakuierung von Amerikanern helfen. Unklar ist, wie viele Ausländer sich noch im Südsudan befinden.

          In Südsudan kämpfen Anhänger von Präsident Salva Kiir gegen Verbündete seines ehemaligen Stellvertreters Riek Machar. Kiir gehört zur mächtigen Volksgruppe der Dinka, Machar zu den Nuer. Beide Männer stützen sich auf Einheiten des Militärs. Südsudan ist erst seit 2011 ein eigener Staat. Damals spaltete sich das Land mit 10,8 Millionen Einwohnern von Sudan ab.

          China fordert Ende der Kämpfe

          „Als Freund und Partner Südsudans ruft China beide Seiten auf, sofort die Feindseligkeiten einzustellen und Verhandlungen einzuleiten“, teilte Chinas Außenminister Zhang Ming mit. Die staatliche Ölgesellschaft China National Petroleum gehört zu den wichtigsten Investoren in Südsudan. Wegen der Gewalt musste das Unternehmen einige Arbeiter aus dem Land bringen.

          Die wichtigste Einnahmequelle des Landes ist der Handel mit Öl. Die Kämpfe wirken sich mittlerweile auch auf die Produktion aus. Nach Regierungsangaben ist die Öl-Förderung um etwa 45.000 Fässer auf jetzt nur noch 200.000 pro Tag gefallen.

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