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Südafrika : Qualifikanten der Herzen

Zu früh gefreut: Südafrika feiert unwissentlich die Qualifikation für den Afrika-Cup Bild: REUTERS

Südafrika erleidet zwei sportliche Traumata binnen weniger Stunden: Im Rugby verabschiedet sich der Weltmeister aus dem Turnier. Schlimmer noch erwischte es die Fußballer. Sie scheiterten an Regelunkenntnis.

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          Nein, das Wochenende verlief für die Sportnation Südafrika alles andere als glücklich: Am Sonntag hat sich die Rugby-Nationalmannschaft als amtierender Weltmeister im Viertelfinale des Turniers der Besten in Neuseeland verabschiedet. Die 9:11-Niederlage gegen Australien war bei einer nahezu erdrückenden Überlegenheit der Südafrikaner im Feld so überflüssig wie der Versuch, das Spielgerät der Rugby-Muskelprotze für ein Fußballspiel zu formen.

          Aber trotz der geradezu kabarettreifen Missgeschicke, die den Südafrikanern bei den unzähligen Chancen zu einem spielentscheidenden Versuch unterliefen, war das Scheitern der „Springsboks“ gegen die Australier nicht annähernd so dämlich wie jenes der fußballspielenden Landsleute.

          Verfrühte Ehrenrunden

          Die „Bafana Bafana“, wie die Fußball-Nationalmannschaft, hat es fertiggebracht, aufgrund mangelnder Regelkenntnis den Platz im Feld der Afrika-Meisterschaft zu verspielen. Nach dem 0:0 gegen Sierra Leone am Samstagabend setzten die Südafrikaner jedenfalls erst einmal zu Ehrenrunden an.

          Sie waren der Überzeugung, dank der besten Tordifferenz im Vergleich mit den punktgleichen Konkurrenten aus Niger (das zeitgleich in Ägypten mit 0:3 verloren hatte) und Sierra Leone das einzige Ticket in der Qualifikatonsgruppe G ergattert zu haben. Erst später realisierte der Gastgeber der WM 2010, dass nach Paragraph 14.1 der Regularien des afrikanischen Fußballverbands CAF zunächst der direkte Vergleich zwischen punktgleichen Teams über die Rangfolge entscheidet.

          Fehlplanung: Südafrika genügt das trolose Unentschieden gegen Sierra Leona nicht

          Südafrika hätte also sein Spiel gewinnen müssen. So müssen sich die Spieler nun fühlen wie einst 2001 die Schalker Meister der Herzen, die sich für vier Minuten als Titelträger feierten, ehe ein Tor in der Nachspielzeit die Meisterschaft doch noch zu Gunsten von Bayern München entschied. Südafrika war plötzlich nur noch so etwas wie ein Qualifikant der Herzen.

          „Afrika ist ein Dschungel. Die europäischen und südamerikanischen Formate sind viel besser und funktionieren problemlos“, sagte der heftig die Kritik geratene Trainer Pitso Mosimane nun in südafrikanischen Medien. Dabei erwies sich Mosimane freilich abermals als nicht sonderlich regelfest: Sowohl die EM-Qualifikation als auch beispielsweise die Gruppentabellen in den europäischen Vereinswettbewerben Champions League und Europa League werden beispielsweise nach dem Prinzip des direkten Vergleichs punktgleicher Mannschaften entschieden.

          Der südafrikanische Verband will dennoch Protest einlegen, obwohl die Regularien für jeden Laien leicht verständlich im Internet auf der Seite der Caf einzusehen sind. „Wir haben zur Kenntnis genommen, dass sich laut CAF Niger qualifiziert hat, obwohl Südafrika aufgrund der besseren Tordifferenz die Gruppe gewonnen hat. Die Tordifferenz ist weltweit das allgemein anerkannte Mittel, um punktegleiche Teams zu trennen“, hieß es einer Erklärung des Südafrikanischen Fußball-Verbandes Safa. „Wir werden unsere Beweggründe in Kürze weiter auslegen, protestieren aber bis dahin gegen die Auslegung der Regel.“

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