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Verteidigung gegen E-Roller : Warum dem Fußgänger die Stadt gehört

Fußgänger in Tokio Bild: Reuters

Noch ist es nicht verboten, Fußgänger zu sein. Aber jetzt kommen auch noch die E-Roller: Wie die letzte Spezies auf den Straßen, die einfach nur vor sich hin geht, unter die Räder gerät.

          6 Min.

          Manchmal genügt eine einzige hingeworfene Bemerkung, damit schlagartig die Logik eines ganzen Systems klar wird. Kürzlich war das bei der Formel der Fall, mit der Verkehrsminister Andreas Scheuer die Notwendigkeit begründen wollte, demnächst Elektroroller zuzulassen, und zwar auch auf Bürgersteigen: Für „die letzte Meile“ seien diese Fahrzeuge optimal. Gemeint ist die Strecke vom Bus zur Arbeitsstelle oder Shoppingmall, die dank der E-Scooter nun zurückgelegt werden kann, ohne einen Fuß auf die Erde zu setzen. Damit wollte der Minister natürlich sein Umweltbewusstsein unter Beweis stellen: Ökologisch unschädlich soll man seinen Angestellten- und Konsumentenpflichten ohne Auto und dennoch zeitsparend, bequem und rollend nachkommen können.

          Mark Siemons

          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          Doch dahinter steckt noch eine andere Logik: Scheuer strebt die Abschließung eines Systems an, in dem alle Bewegung von Funktionen und Prothesen ausgeht, von Autos, Fahrrädern, öffentlichen Verkehrsmitteln und künftig eben auch Rollern, die die Einzelnen ihrer volkswirtschaftlichen Bestimmung zuführen. Die „letzte Meile“ war das, was noch fehlte, um dieses System vollständig zu machen. Buchstäblich an den Rand sogar des letzten ihr noch zugestandenen Territoriums gedrängt wird dagegen eine Gruppe, die sich nicht in das Schema einfügen lässt: die Fußgänger.

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