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Walk of Fame : Warum hat Donald Trump einen Stern und Prince nicht?

  • -Aktualisiert am
Postum geehrt: Der Stummfilmstar Olive Borden (Stern links) war schon tot, als ihr Name aus einer Lostrommel gezogen wurde.

Das Dankesschreiben des britischen Musikers, der damals mit seiner Verlobten Orianne Cevey, seiner früheren Ehefrau Jill Tavelman und zwei Töchtern nach Hollywood kam, ziert bis heute die Wand in Martinez' Büro. Den roten Teppich für Bruce Willis musste sie im Jahr 2000 wieder aufrollen lassen, als er in den Wirren der Scheidung von Demi Moore in letzter Minute absagte. Sechs Jahre später wurde der Schauspieler dennoch mit dem 2321. Stern geehrt. „Ich bin oft an den Hollywood Boulevard gekommen, um die Sterne anzusehen“, sagte Willis damals. „Mir war aber nie klar, was man tun musste, um einen zu bekommen.“

Viele Stars lehnen auch ab

Auch die Zeremonie für die Boxlegende Muhammad Ali verlangte Fingerspitzengefühl. Da Ali, der in Kentucky als Baptist aufwuchs und später zum Islam konvertierte, nicht wollte, dass Besucher den Namen Muhammad mit Füßen traten, bat er, seinen Stern nicht in den Boden einzulassen. „Bei der Feier vor vier Jahren stellten wir die Plakette auf eine Staffelei. Später wurde der Stern in eine Wand am Eingang des Dolby Theatre gemauert„, erinnert sich Martinez. Alis Stern ist bis heute der einzige, der nicht jedes Jahr die Tritte von etwa zehn Millionen Besuchern aushalten muss. Dass der Boxer nicht nur einen Platz im Nationalen Museum für Amerikanische Geschichte hat, sondern auch in Hollywood, überrascht viele seiner Fans. „Er war auch ein Entertainer, der Sprechalben aufnahm. Ali wurde zweimal für einen Grammy nominiert“, erklärt Martinez. Da das Sportidol zudem Langlebigkeit in der Unterhaltungsbranche und soziales Engagement, die Voraussetzungen für eine Ehrung auf der Ruhmesmeile, vorweisen konnte, sei sein Stern keine Überraschung.

Erst ein Stern, dann ein Oscar: Nicole Kidman soll die Verleihung auf dem Walk of Fame 2003 geholfen haben, für „The Hours“ einen Academy Award zu gewinnen.

Nach Prominenten wie den Oscar-Preisträgern George Clooney und Barbra Streisand suchen Besucher dagegen vergeblich. „Barbra hat sich nicht bereit erklärt, zu der öffentlichen Zeremonie zu erscheinen. Und George ist in Italien oder anderswo beschäftigt“, sagt Martinez. Dass auch Clint Eastwood und Bruce Springsteen trotz Nominierungen eine Einladung auf den Walk of Fame ausgeschlagen haben, stimmt das „Star Girl“ nachdenklich. „Vielleicht verunsichert es einige Celebritys, den Fans ohne Drehbuch zu begegnen. Besonders, wenn sie nicht für eine Rolle, sondern als Person ausgezeichnet werden.“

Jedes Jahr Blumen für Patrick Swayze

Da ein rosafarbener Stern als Hollywoods einzige Auszeichnung gilt, welche die Fans mit ihrem Idol teilen, wird die Ruhmesmeile immer wieder zu einer Art Wallfahrtstätte. Als Muhammad Ali im Juni 2016 starb, besuchten Hunderte Anhänger den Walk of Fame, um vor seinem Stern Blumen niederzulegen und Kerzen anzuzünden. Nach David Bowies Tod vor gut einem Jahr hatten Fans des Musikers die Nacht an seinem Ornament verbracht, das sie als Anspielung auf den Titel „Ziggy Stardust“ mit einer Schicht Glitter schmückten.

Die treuesten Anhänger hat aber der Schauspieler Patrick Swayze („Dirty Dancing„). Seit seinem Tod vor acht Jahren schickt der französische Fanclub an seinem Geburtstag, dem 18. August, jedes Jahr Blumen. „Sein Stern in der Nähe des Hotels Roosevelt gehört auch an allen übrigen Tagen zu den am meisten besuchten.„ Nach einem Stern mit dem Namen Prince suchten die Fans nach dem Tod des Pop-Idols Ende April 2016 vergeblich. Wie Martinez nach einer Welle empörter Kommentare in sozialen Medien wissen ließ, sollte der Sänger in der Vergangenheit zwei Mal nominiert werden. Er habe die Ehrung aber jedes Mal ausgeschlagen. „Prince meinte, die Zeit sei noch nicht reif“, sagt Martinez. „Es ist aber möglich, auch postum einen Stern zu bekommen.“

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