https://www.faz.net/-hrx-a750u

„K“ statt „Kw“ : Warum „Quarantäne“ nicht wie „Quark“ ausgesprochen wird

  • Aktualisiert am

Quarantäne mit „K“ heißt es im Deutschen. Bild: dpa

Im Deutschen werden Wörter mit „Qu“ normalerweise wie „Kw“ ausgesprochen. Die Quarantäne oder der Billardqueue sind Ausnahmen. Dafür gibt es eine Erklärung.

          1 Min.

          Es ist ein Wort, das in der gegenwärtigen Zeit zu einem geflügelten Begriff geworden ist: die Quarantäne. Doch wie spricht man es eigentlich aus – und wieso?

          Im Deutschen wird das „Qu“ üblicherweise wie „Kw“ ausgesprochen. Beispiele sind „Quark“ oder „Quiz“. Niemand würde aus „Qualle“ und „Qualität“ „Kalle“ und „Kalität“ machen. Die Quarantäne ist hier eine Ausnahme, in der das „Q“ wie ein „K“ ausgesprochen wird: Karantäne. Oder mit Hilfe des phonetischen Alphabets: [karanˈtɛːnə]. Dabei gibt es durchaus feine, aber deutlich hörbare Unterschiede zwischen der österreichischen, schweizerischen und deutschen Aussprache. Die Österreicher etwa sprechen das „ä“ eher wie ein halbgeschlossenes „e“ aus, die Deutschen wie ein halboffenes.

          Der Autor und Blogger Bastian Sick („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“) hat schon vor Monaten erklärt, wie es zur seltenen Aussprache im Deutschen kommt. Demnach ist Quarantäne ein aus dem Französischen übernommener Begriff, bei dem das „Q“ – wie in seiner Ursprungssprache – wie ein „K“ ausgesprochen wird. Bedingung dafür ist die Wortfolge „Qu“. Weitere Beispiele sind etwa der aus dem Billardsport bekannte „Queue“ (Billardstock) und die herzhafte „Quiche“.

          Neben dem Französischen gilt diese Aussprache übrigens auch für Wörter, die aus dem Spanischen übernommen wurden. Man denke dabei an Ecuadors Hauptstadt „Quito“ oder den weltberühmte Roman „Don Quijote“ von Miguel de Cervantes.

          Quarantäne leitet sich aus dem Französischen „la quarantaine“ ab. Ins Deutsche ist dies nicht eins zu eins zu übersetzen – höchstens könnte man vom „Vierziger“ sprechen. Gemeint ist damit die Anzahl der Tage, nämlich vierzig, die ein Schiff mit verdächtigen Tieren, Waren oder vermeintlich infizierten Menschen im Hafen ausharren musste, um eine Ausbreitung der Pest zu verhindern. Ursprünglich hatten es die Italiener bereits im 14. Jahrhundert eingeführt. Man sprach von der „quaranta giorni“.

          Ob Quarantäne auch bei der nächsten so einflussreichen Pandemie wie der von Covid-19 im Deutschen weiterhin mit „K“ statt „Kw“ ausgesprochen wird, ist übrigens nicht ganz sicher. Sprache verändert sich. Und damit auch unsere Aussprache. Wer weiß, womöglich gibt es also bald auch die „Kwarantäne“ zu hören.

           F+ FAZ.NET komplett
          F+ FAZ.NET komplett

          Vertrauen Sie auf unsere fundierte Corona-Berichterstattung und sichern Sie sich 30 Tage freien Zugriff auf FAZ.NET.

          Jetzt F+ kostenlos sichern

          Weitere Themen

          Braucht es eine neue Impfstrategie? Video-Seite öffnen

          Knappe Corona-Impfungen : Braucht es eine neue Impfstrategie?

          Kann die zweite Corona-Impfung verschoben oder die Dosis reduziert werden? Würde eine Mischung von Impfungen verschiedener Hersteller genauso gut funktionieren? All das sind Fragen, mit denen sich Regierungen auf der ganzen Welt derzeit konfrontiert sehen.

          Topmeldungen

          Marylyn Addo und ihr Team arbeiten an einem Corona-Impfstoff.

          Forscherin Addo im Interview : „Ich erwarte im Frühjahr eine Entspannung“

          Infektiologin Marylyn Addo forscht mit ihrem Team selbst an einem Corona-Impfstoff, hat dabei aber gerade einen Rückschlag erlebt. Im Interview spricht sie über ihre Arbeit, mangelnde Impfbereitschaft, Virus-Mutationen und Lockdown-Effekte.

          Nach Laschets Wahl : Der knappe Sieg des Merkelianers

          Der künftige CDU-Vorsitzende Armin Laschet steht nun vor zwei Herausforderungen. Zum einen muss er Friedrich Merz einbinden, zum anderen seine Umfragewerte verbessern. Nur dann dürfte er Kanzlerkandidat werden.
          Das Symbol für Ethereum

          Digitalwährung Ether : Besser als Bitcoin

          Alle Welt ist im Bitcoin-Rausch. Dabei gibt es eine Alternative, die viel interessanter ist: Ether. Doch was macht die Digitalwährung so besonders?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.