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Kerzen zum Verschenken im Test : Diese Kerzen duften nach Weihnachtsgebäck, Gothic Novel und teurer Hotellobby

  • -Aktualisiert am

Macht sich vor allem im Wohnzimmer gut: Duftkerze „Etoile“ von Ormonde Jayne Bild: Kais Harrabi

Wer sich unsicher ist, welches Geschenk für Tante, Nichte oder das Hipsterpärchen von nebenan am besten passt, wird bei Duftkerzen immer fündig. Wir haben ausgewählte Exemplare getestet.

          5 Min.

          Ormond Jayne – Etoile

          Maria Wiesner
          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Weihnachten ist ja traditionell Zeit für Parfümeure zu zeigen, was sie drauf haben. Kerzen und Raumdüfte voller Zimt, Glühwein- und Lebkuchengerüche füllen dann die Regale. Da kann man schon mal die Nase voll haben. So wie Linda Jayne von Ormond Jayne. Sie hat sich für ihre Duftkerzenkollektion zu Weihnachten nichts weniger vorgenommen, als den Geist der festlichen Zeit zu beschwören, ohne auf die Klischeedüfte von Zimt und Orangen zurückzugreifen. Mit der Kerze „Etoile“ ist ihr das durchaus gelungen.

          Einmal angezündet braucht es eine Weile, bis sich der Duft ganz entfaltet. Zu Beginn wirkt er noch etwas seifig, als wäre die Kerze am besten fürs Badezimmer geeignet. Aber nach ein paar Minuten kommen die würzigeren Noten in dieser Kreation zum Tragen: Kardamom und Lorbeer erinnern an Weihnachtsgebäck, Amber und Tonka bringen eine wohlige Wärme und eine subtile Mandarinennote gibt der Kerze die nötige Frische. Das Glas – weiß, bedruckt mit orientalischen Laternen – macht sich vor allem im Wohnzimmer gut und spricht von einer gewissen Faszination für den arabischen Raum, mit seinen Düften und Märchen. „Etoile“ ist erst auf den zweiten Blick ein Weihnachtsduft, macht sich also auch so ganz gut für die kalte Jahreszeit. Eine Kerze, die man perfekt zu Nikolaus verschenken kann – für Mütter, Partnerinnen oder Tanten mit einem Faible für den Süden.

          Weihnachtsduft ohne Klischeenoten: „Etoile“ von Ormonde Jayne
          Weihnachtsduft ohne Klischeenoten: „Etoile“ von Ormonde Jayne : Bild: Kais Harrabi

          Le Labo – Santal 26

          Was haben Taylor Swift, Brad Pitt und Jennifer Lopez gemeinsam? Wenn man Klatschseiten glauben kann, dann riecht es in den Apartments all dieser Stars nach „Santal 26“. Diese Kerze vom New Yorker Label Le Labo hat mittlerweile Kultstatus erreicht. Lopez soll mehr als hundert Stück pro Monat verbrauchen und Schauspielerin Blake Lively erklärte einmal, dass sie die Kerze wegen des personalisierbaren Labels am liebsten verschenkt. Das war  natürlich nicht der einzige Grund, sie auf diese Liste zu nehmen (aber durchaus einer, der rein optisch schon mal dafür spricht, wenn einem herkömmliche Duftkerzen zu unpersönlich erscheinen). Wir wollten vor allem wissen, was denn nun dran ist am Hype um die Duftkerze.

          Zunächst einmal sollte man sich nicht auf den Namen verlassen. Wie bei seinen Parfüms kreiert Le Labo auch die Raumdüfte mehr um die Idee eines Dufts herum, statt ihn plump zu reproduzieren. „Santal 26“ riecht also nicht einfach nur nach dem namensgebenden Sandelholz. Einmal entzündet entsteigt der Kerze im dickwandigen Glasgefäß ein warmer, fast schon ledriger Duft, dessen Holznoten weich anklingen. Dieses Sandelholz ist auf Hochglanz poliert. Nicht umsonst beduftet die Kreation auch gern Hotellobbies in Luxusunterkünften. Verschenken kann man sie ganz hervorragend an Nichten und Neffen, die auf Instagram zu vielen Celebrities folgen und an das Jetsetter-Pärchen, das das Abhängen in Hotellobbies in diesem Winter wieder schmerzlich vermisst.

          Handarbeit aus Mississippi: Santal-Kerze von Le Labo
          Handarbeit aus Mississippi: Santal-Kerze von Le Labo : Bild: Maria Wiesner

          Cire Trudon – Mary

          Mit ihren Romanen „The Last Man“ und „Frankenstein oder der moderne Prometheus“ hat Mary Shelley die Science-Fiction-Literatur mitbegründet und zusammen mit ihrem Mann, dem Dichter Percy B. Shelley, und dem gemeinsamen Freund Lord Byron stellte sie die englische Romantik auf den Kopf. Dabei gilt sie heute als stets zielstrebige und selbstbewusste Frau. Aber Mary Shelley wird auch gerne mit einem gewissen Goth-Vibe assoziiert, was vor allem daran liegen mag, dass ihr bekanntester Roman „Frankenstein“ auch als Vertreter der Gothic Novel, also des Schauerromans, gehandelt wird. Etwas düster-morbides bringt auch die Kerze mit, die die Parfümeurin Emilie Bouge für das französische Duftlabel Cire Trudon kreiert hat und die der Schriftstellerin gewidmet ist. Sie trägt schlicht deren Namen: „Mary“.

          Allein das mattschwarze Glas mit dem goldenen Cire-Trudon-Wappen ist ein Statement. Die Basisnoten – Amber, Moos, Weihrauch und Patschuli verkörpern eine fast schon viktorianische Schwere und Düsternis. Zedern-, Kaschmir- und Gujakholz-Noten sowie Lack-Zistrose geben dem Duft aber eine angenehme Gemütlichkeit und Strohblume, Tuberose, Sternanis und Kardamom in der Kopfnote eine gewisse Verspieltheit. Alle drei Ebenen ergeben einen komplexen, würzigen Duft, der gut in die graue Jahreszeit passt, ohne einen mit seiner Schwere in die Couchkissen drücken zu wollen. Schlägt einem der Geruch beim Auspacken noch als regelrechte Wolke entgegen, ist er angenehm subtil, sobald die Kerze einmal brennt.

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