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Weihnachtsbäume entsorgen : Spitzen zu Quirlen, Stämme zu Bierdeckeln

Upcycling: Mit Ästen vom ausgedienten Christbaum kann ein Weihnachtsbaum für immer gemacht werden Bild: Picture-Alliance

Mit dem alten Weihnachtsbaum lässt es sich auch kreativ umgehen. Mit etwas Phantasie können Kleiderbügel, Bierdeckel und Küchenquirle daraus entstehen.

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          Nach dem Fest, spätestens nach dem Besuch der heiligen drei Könige, muss der Weihnachtsbaum aus fast allen Wohnungen weichen. Doch wohin mit dem meterhohen Gewächs? Es darf zwar ohne Schmuck und in Stücken von einem Meter in die Biotonne, doch die ist dann schnell voll.

          Theresa Weiß

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach Schätzungen der Entsorgungs- und Service GmbH FES müssen 80.000 Weihnachtsbäume im Stadtgebiet entsorgt werden. Eine „logistische Herausforderung“, teilt die Gesellschaft mit. Dieser Tage sind schon viele Überbleibsel vom Fest am Straßenrand zu sehen: Vor Hauseingängen und auf Plätzen stapeln sich knorrige Bäume und nadeln auf den Bürgersteig. Die FES bittet, dies zu entschuldigen – es sei unmöglich, alle ehemaligen Weihnachtsbäume innerhalb weniger Tage einzusammeln. Bis zum Ende des Monats wird es wohl dauern, bis alle fort sind.

          Täglicher Abholservice

          Damit die ausgedienten Weihnachtsbäume aus dem Stadtbild verschwinden, bietet die FES aber einen Abholservice für alte Bäume an: Zwischen Donnerstag und Mittwoch, 27. Januar, schickt sie ein Sonderfahrzeug durch die Stadtteile, dessen einzige Aufgabe es ist, Christbäume einzusammeln. Bürger legen sie zum Abholtag an die Grundstücksgrenze – also leicht zugänglich und gut sichtbar. Sie sollen abgeschmückt sein und ebenfalls auf Stücke von einem Meter gekürzt werden.

          Zwischenlager: An der Europaallee warten Bäume auf ihre letzte Bestimmung.
          Zwischenlager: An der Europaallee warten Bäume auf ihre letzte Bestimmung. : Bild: Lucas Bäuml

          Wann welcher Stadtteil dran ist, kann unter www.fes-frankfurt.de abgerufen werden. Nur ins Bahnhofsviertel, in die Alt- und Innenstadt kommt der Transporter nicht. Dort ist die Straßenreinigung täglich im Einsatz und nimmt die Weihnachtsbäume mit, wie die Stadtverwaltung mitteilt.

          Die Bäume könnten auch bei der Rhein-Main Biokompost GmbH im Osthafen oder im Rahmen des Kofferraumservices auf den Wertstoffhöfen der FES unentgeltlich abgegeben werden. Etwa drei Viertel der Frankfurter Christbäume würden kompostiert, schätzt die FES.

          Nachhaltige Vorschläge

          Doch es geht noch anders: Der Verband Natürlicher Weihnachtsbaum schlägt zum Beispiel vor, den ausgedienten Baum in neuer Funktion weiter zu benutzen. Meist dauere es zehn Jahre, bis ein Baum so groß sei, dass er geschmückt in einem Wohnzimmer ende. Damit diese Zeit nicht umsonst war, macht der Verband nachhaltige Vorschläge: Zerkleinert und getrocknet könne der Baum als Feuerholz Verwendung finden. Gehäckselt sei er gut im eigenen Garten kompostierbar oder könne auf Beeten verstreut werden. Die Zweige könnten als Abdeckung andere Pflanzen gegen den Frost schützen.

          Wer noch ambitionierter ist, kann dem Rat des Vereins folgen und basteln – Astgabeln aus dem Baum sägen, entrinden und zurechtgeschnitzt als Kleiderhaken aufhängen, zum Beispiel. Aus der Baumspitze mit drei oder vier angrenzenden Astgabeln könne auch ein Quirl werden, wenn die abstehenden Äste gekürzt würden. Aus Scheiben des Stamms könne man Bierdeckel sägen.

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