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Der Wandertipp für Rhein-Main : Der Himmel auf Erden

  • -Aktualisiert am

Vormals im Hochaltar der Erlenbacher Pfarrkirche St. Peter und Paul - das Weihnachtsgeschehen aus der Hand des Holzbildhauers Max Heilmaier. Bild: Thomas Klein

Von Machtwillen und einer Mystikerin getrieben – außergewöhnlich waren die Motive zur Schaffung der bedeutenden Sakralbauten im unteren Elsavatal.

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          Wenn ein Kloster „Himmelthal“ im Namen führt, muss es schon eine besondere Bewandtnis mit ihm haben. Gewiss wollte man angesichts von Lage – nahe dem wald- und weingesegneten Main – und Anspruch einer Zisterzienserinnenabtei an den Himmel auf Erden erinnert wissen. Doch das an der unteren Elsava 1232 durch die Rienecker Grafen als Vorposten gegen ihre Erzrivalen im Spessart, die Mainzer Kurfürsten, begründete Kloster besaß auch eine machtpolitische Funktion. Da konnte von des Allerhöchsten Gnaden nicht zu hoch gegriffen sein.

          Die Rienecker hielten die Stellung bis zu ihrem Aussterben 1559. Kurmainz als Erbe beendete die bisherige Nutzung zugunsten eines 1627 den Aschaffenburger Jesuiten übereigneten Kameralhofes. Jahrzehnte dauerte der Wiederaufbau unter barocken Vorzeichen, zu dessen Höhepunkt 1753 eine reich ausgestattete Kirche stand. Seit dem Verbot des Ordens 1773 war sie freilich bald ein Haus ohne Hüter. Ob es am Genius Loci lag, der die 1845 geborene Barbara Weigand inspirierte? Das von visionärer Frömmigkeit geleitete Bauernmädchen strebte energisch eine große Sakraments-, Friedens- und Dankeskirche für ihren Geburtsort an.

          Weltweit sammelte die „Seherin von Schippach“ Geld, als 1915 auf kirchliches Geheiß die Arbeiten einzustellen waren. Später gesprengt, fanden die restlichen Steine beim Fundament eines Neubaus 1960 Verwendung. Die modernistische Architektur hätte gut zu dem recht jungen (Orts-)Bild Erlenbachs gepasst, dem erst eine der größten Werften am Untermain einen Entwicklungsschub gab. Vom ursprünglichen Kern steht noch die alte Friedhofsmauer von 1595 und benachbart die bis zur Spätgotik reichende Pfarrkirche St. Peter und Paul. Ihr überwiegend neugotischer Teil wurde zurückhaltend den Gegebenheiten angepasst, vor allem im Vergleich zur Erweiterung 1964 mit gefaltetem Schieferdach.

          Wegbeschreibung

          Den Startpunkt der Wanderstrecke ab der Landmarke Neurod erreicht man über Bahnhofsplatz, Bahnstraße und Seeweg in einer Viertelstunde, es sei denn, man hängt noch die Schleife zur Pfarrkirche St. Peter und Paul an.

          Vormals im Hochaltar der Erlenbacher Pfarrkirche St. Peter und Paul - das Weihnachtsgeschehen aus der Hand des Holzbildhauers Max Heilmaier.
          Vormals im Hochaltar der Erlenbacher Pfarrkirche St. Peter und Paul - das Weihnachtsgeschehen aus der Hand des Holzbildhauers Max Heilmaier. : Bild: Thomas Klein

          Das lässt sich mit einer Partie am Mainufer verbinden, wenn es jenseits von Bahnhofsplatz und Brückenweg links ein Stück flussaufwärts geht. Weiter dann durch die Barbarossastraße und ab der Kreuzung zwischen Eigenheimen den Seeweg hinan. So Autofahrer nicht am Bahnhof parken, finden sie oben ausreichend Stellflächen im Bereich der Linkskurve vor einem Spielplatz und dem Richtungspfosten Neurod. Neben anderen zeigt er den Fränkischen Rotweinweg an. Dass er hier, fern der Trauben verläuft, liegt in der flachen Topographie im Raum Erlenbach und Elsenfeld begründet.

          Deshalb folgen wir dem Signet eines halb geneigten Glases gleich in den Wald etwas ansteigend über einen Kilometer zum nächsten Hinweispfosten namens Sohlödenwiesen. Den offenen Taleinschnitt begleitet der Rotweinweg ab dem dortigen Linksknick bis nach Schippach – immer knapp unter Bäumen, die Wiese dabei im Blick, abgesehen von der Passage etwas tiefer hinein etwa 500 Meter seit dem Richtungspfosten und 300 Meter weiter überraschend rechts durch eine Senke.

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