https://www.faz.net/aktuell/stil/trends-nischen/von-twilight-zu-diana-portraet-ueber-kristen-stewart-17728293.html

Kristen Stewart im Porträt : Voll präsent im Moment

Eigensinnig auch beim Styling: Kristen Stewart während eines Chanel-Events in Paris Bild: AP

Vom Teeniestar zur Schauspielgröße: Kristen Stewart ist nie abgestürzt, obwohl sie früh berühmt geworden ist. Im Film „Spencer“ brilliert sie nun als Prinzessin Diana.

          6 Min.

          Seit Dianas tragischem Unfalltod 1997 haben sich viele Filmemacher daran versucht, ihre Geschichte zu erzählen. So wie in „Spencer“ hat man sie aber noch nie gesehen. Der chilenische Regisseur Pablo Larraín führt fort, was er 2016 mit dem Kennedy-Film „Jackie“ begann: Er blickt auf die Geschichte einer weltbekannten Frau in dem Moment, als sich ihr Leben für immer verändert. In „Jackie“ spielte Natalie Portman die Gattin des erschossenen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy, an deren Kostüm nach der Tat noch das Blut ihres Manns klebt. In „Spencer“ verbringt Kristen Stewart als Prinzessin Diana 1991 drei Weihnachtstage im Kreis der königlichen Familie auf Schloss Sandringham und überdenkt dabei ihre Ehe und ihr Leben.

          Maria Wiesner
          Redakteurin im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

          Larraíns Filme bewegen sich immer entlang jener dünnen Linie, auf der Realität mit Fiktion verschwimmt wie Himmel und Wasser an einem verhangenen Tag am Meer. Schon in „Jackie“ ließ er Natalie Portman Originalaufnahmen in Fernsehinterviews nachdrehen, ließ Kostüme detailgenau herrichten und hob dann auf dieser Grundlage zur eigenen Interpretation der Figur ab. In „Spencer“ wiederholt er das, nur hat er dieses Mal in Kristen Stewart eine Komplizin an der Seite, deren Perfektion selbst Portmans Leistung in den Schatten stellt.

          Kristen Stewart hat Diana studiert. Das wird gleich zu Beginn des Films klar. Da fährt sie im offenen Porsche durch die englische Landschaft zum Schloss Sandringham. Obwohl sie aus der Gegend stammt, kommt sie vom Weg ab. Im rot-grün-blauen Tartankostüm mit Sonnenbrille, High Heels und Handtasche von Chanel stöckelt sie in eine Bar und fragt die Anwesenden: „Wo zum Teufel bin ich?“ Die Gäste erstarren beim plötzlichen Anblick der Prinzessin. Eine Reaktion, die Kristen Stewart nur allzu gut kennt. Würde die 31 Jahre alte amerikanische Schauspielerin ihre Zeilen nicht in perfektem britischem Upperclass-Akzent sprechen, der eine intensive Beschäftigung mit der Rolle nahelegt, so könnte man meinen, sie spiele eine Szene ihres eigenen Lebens nach.

          Erste Filmrollen mit neun Jahren

          Im Jahr 1990 in Los Angeles geboren, wuchs Kristen Stewart als Kind zweier Filmschaffender auf, bekam Privatunterricht und spielte schon im Alter von neun Jahren erste kleine Filmrollen. Das bereitete sie aber nicht auf das vor, was von 2008 an geschah. Mit knapp 18 Jahren übernahm sie die Rolle der Bella Swan, die sich in einen Vampir verliebt. Die Verfilmung der Jugendroman-Serie „Twilight“ feierte große Erfolge. Heranwachsende Mädchen hielten Stewart für ihre beste Freundin, pubertäre Jungs schwärmten für sie, Paparazzi lauerten ihr auf, sobald sie das Haus verließ. In einem Interview während der Pressetour zum zweiten Teil der Vampir-Saga 2009 erzählte sie einem Reporter der „New York Times“: „Was mich wirklich fertigmacht, was mich innerlich zerreißt, ist, wenn die Leute denken, ich sei rücksichtslos oder undankbar, weil ich nicht im Bikini nach draußen gehe und den Paparazzi zuwinke.“ Sie war in einer Zeit zum Teenager-Star geworden, in der sie die Abstürze junger Idole einer ganzen Generation genau verfolgen konnte. Die Fotografen der Klatschpresse lauerten Lindsay Lohan, Paris Hilton und Britney Spears auf; deren Party-Eskapaden und Fehltritte landeten sofort auf den Titelblättern der Boulevardpresse.

          Weitere Themen

          Schauspieler Fred Ward gestorben

          Im Alter von 79 Jahren : Schauspieler Fred Ward gestorben

          Er war in der Armee, Holzfäller und Boxer. Dann zog es ihn ins Schauspielfach, in dem Film „Tremors – Im Land der Raketenwürmer“ hatte er Anteil an einem Kultphänomen, als Henry Miller kam er bei der Kritik gut weg. Nun ist der Schauspieler Fred Ward gestorben.

          Topmeldungen

          Tempo 130 würde CO2 und Benzin sparen - warum wehrt sich Deutschland immer noch dagegen?

          Streit um Tempolimit : Runter vom Gas!

          Ein Tempolimit stünde endlich auch Deutschland gut an. Langsame Autos brauchen weniger Sprit. Das hilft kurzfristig, sich vom russischen Öl unabhängig zu machen – und langfristig dem Klima.
          Ein Mercedes steht vor einem Hotel in Guangzhou

          Industrie bleibt China treu : Das Ländle und die China-Connection

          Die Politik in Baden-Württemberg fordert: Die Wirtschaft soll sich unabhängiger machen von China. Eine F.A.Z.-Umfrage zeigt: Die Industrie denkt nicht dran – und setzt voll auf Peking.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Gutscheinportal
          Finden Sie die besten Angebote
          Immobilienbewertung
          Verkaufen Sie zum Höchstpreis
          Sprachkurs
          Lernen Sie Französisch