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Probestunde im Schützenverein : Was macht das Schießen mit dem Menschen?

Reinhard Müller kurz bevor er mit der Walther-Pistole einen Schuss im „Schützenverein Bad Vilbel 1898 e.V.“ abfeuert. Sein kleiner Sohn schaut ihm dabei zu. Bild: Hannah Aders

Seit langem keine Waffe mehr in der Hand gehabt. Also auf zu einer Probestunde in den Schützenverein von Bad Vilbel. Schießen hat seinen Reiz – und gibt zu denken.

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          Eine 44er Magnum stellt keine Fragen. Sie antwortet. Und wie. Der Revolver „Raging Bull“ liegt genauso in der Hand, wie sein Name verspricht – wie ein wilder Stier. Der Schuss ist Donnerhall und Peitschenhieb zugleich. Ein klarer Vorteil ist: Zur Erfolgskontrolle muss man weder nach vorne laufen, um die Scheibe zu begutachten, noch durch das Fernglas schauen. Denn die Einschusslöcher sieht man auch aus 25 Meter Abstand mit bloßem Auge sehr gut.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Wir sind im Schützenverein Bad Vilbel 1898 e.V. Die Atmosphäre ist heimelig, wohnzimmerhaft. Für manche der etwa 200 Mitglieder ist der Verein so etwas wie ein zweites Zuhause. Roland Jakob ist vier- bis fünfmal pro Woche hier. Er kam zufällig zum Schießsport und fing mit dem Luftgewehr an. Seit vier Jahrzehnten schon nimmt er an Wettkämpfen teil. Jakob, im sonstigen Leben Elektriker, ist Schießwart im Verein und hat etwa darauf geachtet, dass Corona-Regeln eingehalten werden. Auch im Lockdown durfte geschossen werden – aber immer nur von zwei Schützen gleichzeitig.

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