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Jean Reno im Interview : „Natürlich ist mein Alter inzwischen ein Problem“

  • -Aktualisiert am

Spielte mit Romy Schneider: Jean Reno Bild: AFP

1994 wurde Jean Reno mit „Léon – der Profi“ berühmt. Hier erzählt der französische Schauspieler, wie langweilig Hollywood sein kann, er spricht von seiner Arbeit mit Romy Schneider und darüber wie er sich seine eigene Beerdigung vorstellt.

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          Herr Reno, nach „Wer hat Sara ermordet?“ ist „Marina und die Mörder“ Ihre zweite Serienrolle in kurzer Zeit. Was hat Sie an dieser gereizt?

          Mir gefiel vor allem das Setting der Ge­schichte. Sie spielt 1948 in Spanien, es geht um eine junge Frau aus einer Polizisten­familie, die aufgrund ihres Geschlechts selbst diesen Beruf nicht ergreifen darf und dann auf andere Weise ermittelt. Die Kostüme, die Autos, das Ambiente – von diesen Dingen fühlte ich mich sofort angesprochen. Und mir gefiel die Dynamik zwischen der von Aura Garrido gespielten Protagonistin und mir, der eine Art Ersatzvater für sie ist.

          Ihre Eltern stammen aus Spanien, Ihr Geburtsname ist Juan Moreno y Herrera-Jiménez. War es für Sie etwas Besonderes, erstmals eine Serie im Land Ihrer Vorfahren zu drehen?

          Natürlich, auch wenn Spanien für mich nicht Heimat, sondern das Land meiner Eltern ist. Während der Dreharbeiten habe ich zum ersten Mal überhaupt dort gelebt. Geboren wurde ich ja in Casablanca, wohin meine Eltern auf der Suche nach Arbeit während des Franco-Regimes ausgewandert waren. Und was soll ich sagen? Spanien macht es einem sehr leicht, dort Zeit zu verbringen. Wetter, Essen, Trinken – das lässt sich schon sehr gut aushalten.

          Als Jugendlicher sind Sie von Marokko nach Frankreich gezogen. Haben Sie sich je spanisch gefühlt?

          Nein, und Spanien ist ja auch nicht gleich Spanien. Die einzelnen Regionen sind viel zu unterschiedlich, als dass es eine einzige „spanische Identität“ geben könnte. Von daher kann ich sagen: Andalusien bedeutet mir etwas, dazu habe ich einen Bezug. Ich habe die Mentalität meiner Eltern geerbt, die von dort kommen. Ich verstehe Flamenco, die Farben, die Sprache von García Lorca. Aber ich fühle mich schon sehr lange als Franzose. Dort sind meine Wurzeln und dort will ich beerdigt werden.

          Darüber haben Sie sich bereits Gedanken gemacht?

          Daran ist mein sehr guter Freund Johnny Hallyday Schuld. Mit dem war ich, als er noch lebte, mal auf der Insel St. Barth in der Karibik unterwegs. Wir fuhren an ei­nem Friedhof vorbei, und er erzählte mir, dass dies der Ort sei, an dem er einmal beerdigt werden wolle. Da war er noch keine 70! Da fing ich an, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich wurde in Marokko ge­boren, habe die meiste Zeit meines Le­bens in Frankreich verbracht, bin mit einer Britin verheiratet und wohne in New York. Entsprechend gibt es da einige Faktoren, die in die Beantwortung dieser Frage hi­neinspielen. Aber ich spürte dann schnell, das als letzte Ruhestätte für mich nur ein Ort infrage kommt: Les Baux-de-Provence bei Avignon in Südfrankreich. Dort habe ich ein Haus, das ist mein Zuhause.

          Aber Sie und Ihre Frau wohnen vor allem in New York?

          Die meiste Zeit zumindest. New York ge­fällt einem ja nicht zuletzt dann besonders gut, wenn man auch mal verschwinden und erst nach einer Weile zurückkehren kann. Zumal sich die Stadt durch die Covid-Zeit verändert hat, es scheint, als sei sie verschlossener geworden. Ich bin gespannt, ob sich das Leben dort bald wieder anfühlt wie vorher.

          Sie haben zuletzt immer weniger in amerikanischen Produktionen mitgespielt. Haben Sie keine Lust mehr auf Hollywood?

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