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Nachhaltige Waschmittel : Die nackte Reinlichkeit

Plastikfrei: Handwaschserie von Form Us With Love Bild: Form Us With Love

Der Trend zu ethischem Konsumverhalten hat auch die Haushaltspflegebranche gepackt: Die Waschmittel und Seifen von morgen kommen ohne Plastik, tierversuchsfrei und vegan daher. Lässt sich so die Welt verbessern?

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          In der Diskussion über Klimawandel und Umweltverschmutzung lautet eine weit verbreitete Meinung: Plastik ist böse. Denn das ökologische Sorgenkind verbraucht nicht nur fossile Ressourcen und erzeugt Kohlendioxid, sondern schadet auch der Biodiversität. Mitunter gelangen Kunststoffe gar über die Weltmeere in das Lachsfilet und so bis in den menschlichen Verdauungstrakt. Das scheint mehr und mehr ins Bewusstsein zu rücken: Unverpackt-Läden sprießen aus den Betonböden der Großstädte, Influencer halten selbstgenähte Abschminkpads und Bambus-Zahnbürsten in ihre Kameras, Touristen treffen sich am Strand zum gemeinsamen Plastiksammeln.

          Johanna Christner
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der Trend zu ethischem Konsumverhalten wurde auch von der Haushaltspflegebranche erkannt, die inzwischen verpackungsfreie Seifen und Waschmittel anbietet – etwa die Putzmittel-Tabs von Everdrop. Die sind laut Hersteller nicht nur zu 100 Prozent vegan und tierversuchsfrei, sondern auch CO2-einsparend. Die Tabs, die als Allzweck-, Bad- und Glasreiniger erhältlich sind, müssen in Leitungswasser aufgelöst werden. So soll weniger Wasser quer durch die Republik transportiert werden müssen.

          Die Packung allein macht's nicht

          Das Verpackungspapier der Tabs ist wasserabweisend und kommt ohne Plastik und Aluminium aus. Everdrop bietet zudem eine Dosierflasche aus 100 Prozent recycletem PET-Plastik an, die wiederverwendet werden kann. Der Lieferkarton ist aus Recyclingpapier – mit Blauem-Engel-Siegel, ohne Chlorbleiche. Selbst das verwendete Papierklebeband besteht aus Naturkautschuk. Mit einem Euro je Tablette sei das Produkt zudem kostengünstiger als herkömmliche Putzmittel.

          Kostengünstig und nachhaltig: Everdrop bietet Reinigungsmittel in Tablettenform.
          Kostengünstig und nachhaltig: Everdrop bietet Reinigungsmittel in Tablettenform. : Bild: Everdrop

          Eine nachhaltige Alternative will auch das Produkt Forgo von Form Us with Love sein. Forgo ist eine Seife in Pulverform, die in kleinen quadratischen Sachets aus Recyclingpapier abgefüllt ist. Ein Zwölf-Gramm-Beutel reicht für 250 Milliliter Leitungswasser. Dabei wird auf Palmöl verzichtet, das in vielen Produkten auf dem Markt lauert und für dessen Herstellung Regenwalds gerodet wird. Form Us with Love will beweisen, dass Nachhaltigkeit auch gut riechen kann: Für die Seifendüfte arbeitete das schwedische Design-Studio mit Parfümeuren zusammen. Der Duft Woody wird aus kanadischen Holzlager-Abfällen destilliert, der Duft Citrus aus übriggebliebenen Zitrusschalen von Saftplantagen in der Karibik.

          Lässt sich damit die Welt verbessern? Grundsätzlich sind die Produkte auf ihre Ökobilanz zu prüfen. Aus Kanada und der Karibik importierte Inhaltsstoffe etwa bedeuten lange Transportwege. Nach Angaben des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) sind wegen der Anforderungen an Transport- und Lagerfähigkeit sowie an Hygiene und Sicherheit zudem nur bei wenigen Produkten unverpackte Lösungen möglich. „Gewährleistet sein muss etwa, dass keine Abfüllung in Lebensmittelgefäße wie Getränkeflaschen und Konservengläser erfolgt“, sagt Birgit Huber vom IKW.

          Denn mangelnde Hygiene etwa während des Anrührens der Produkte kann Gefahren für Verbraucher bergen. „Ein mit Keimen verunreinigtes Produkt kann bei Anwendung im Gesicht ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen.“ Die stellvertretende IKW-Geschäftsführerin gibt zudem an, dass Verpackungen, Rohstoffe und Transport nur zwischen fünf und 20 Prozent der Umweltauswirkungen ausmachen, die etwa im Lebenszyklus einer Shampoo-Flasche entstehen. Der Löwenanteil ist hingegen auf den Wasser- und den damit zusammenhängenden Energieverbrauch zurückzuführen. Der alleinige Verzicht auf die Verpackung – er greift daher zu kurz.

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