https://www.faz.net/-hrx-a05fz

Nationalpark mahnt Influencer : „Ihr zerstört durch solche Postings die Natur“

  • Aktualisiert am

„Ja, spinnts ihr?“ Der Nationalpark Berchtsgaden beklagt die „zunehmende Selfiesucht“ junger Besucher. Bild: instagram.com/nationalparkberchtesgaden / Screenshot F.A.Z.

Mit Fotos von einem natürlichen Pool im Nationalpark Berchtesgaden ziehen Influencer massenhaft Nachahmer an. Der Park redet ihnen nun ins Gewissen: Die vielen Besucher zerstörten die Natur, zudem bestehe Lebensgefahr.

          1 Min.

          Posieren in den natürlichen Pools des Königsbach-Wasserfalls über dem Königssee: Dieser lebensgefährliche Trend bringt viele Likes in den sozialen Netzwerken und zieht Nachahmer an. Auf Instagram hat der Nationalpark Berchtesgaden jetzt versucht, den Menschen ins Gewissen zu reden und beklagte eine „zunehmende Selfiesucht“.

          Eine Influencerin, die auf Instagram über 1,2 Millionen Follower hat, postete am Freitag ein Foto beim Baden in einem der Pools. In den sozialen Netzwerken finden sich unzählige Fotos in diesen Becken. Wie aus der Instagram-Story der jungen Frau hervorgeht, hat sie sich für ihr Foto bewusst auf die Suche nach dem Pool gemacht. Mit ihrem Foto erzielte sie bis Samstagmittag mehr als 78.000 Likes.

          Ein Ausflug an diesen Foto-Hotspot kann aber fatale Konsequenzen nach sich ziehen: Im April letzten Jahres sind zwei Männer aus Sachsen in einer dieser sogenannten Gumpen durch die Strömung und das starke Schmelzwasser getötet worden.

          Der Nationalpark Berchtesgaden bat die Influencerin, die in ihrer Story auf die Gefahren der Wanderung hinwies, das Posting zu löschen, um noch mehr Nachahmer zu vermeiden: „Es hat im Pool bereits Tote gegeben. Die Natur wird aufgrund der Posts auf Instagram zerstört“. Weiter wies der Park daraufhin, welche Folgen der Foto-Tourismus für die Natur hat: „Die Ufervegetation ist bereits komplett zertreten, Berge von Müll werden hinterlassen und illegale Lagerfeuer gemacht. Unbelehrbare campieren im Schutzgebiet, hinterlassen sogar ihre Billig-Zelte und Schlafsäcke“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kulissen wie diese am Grundlsee ziehen Urlauber normalerweise in Scharen nach Österreich. 280.000 Menschen leben dort direkt vom Tourismus.

          Tourismus in Österreich : Urlaub nach der „Ischgl-Lektion“

          Ferien in Österreich: Das verspricht Erholung zwischen Bergen und Seen. Doch in der Corona-Krise zeigt das Geschäftsmodell seine Risiken. Warum das Land die Gäste aus Deutschland nun so dringend braucht.

          Trump am Mount Rushmore : Alles auf eine Karte

          Fehlende Empathie oder eiskaltes Kalkül? Amerikas Präsident stempelt die Black-Lives-Matter-Bewegung zur linksfaschistischen Gefahr ab. Bang muss man fragen, wozu er sich angesichts schlechter Umfragewerte noch hinreißen lässt.

          Sommer-Transfermarkt : Eine ganz klare Ansage des FC Bayern

          Mit Leroy Sané gab es einen Millionen-Einkauf. Wie geht es nun weiter beim FC Bayern auf dem Transfermarkt? Karl-Heinz Rummenigge gibt Einblicke in die Münchner Planungen – vor allem mit Blick auf Kai Havertz.
          Das jüdische Leben in Deutschland hat sich gewandelt: Bild vom Richtfest eines jüdischen Campus in Berlin

          Jüdische Studien : Wir stören

          Nach Jahren der Öffnung und Blüte sind die Jüdischen Studien heute wieder Zielscheibe des Antisemitismus. Beobachtungen zu ihrer kurzen Geschichte in Deutschland. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.