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Bei diesem Shooting arbeitete Keimeyer mit einem Profi: Die Katze ist ein Double von Karl Lagerfelds Choupette. Das Foto, sagt Keimeyer, sei das populärste ihrer Serie „Iconic Potraits“. Bild: Johanna Keimeyer

Ikonische Porträts : Facelook

Die Berliner Künstlerin Johanna Keimeyer lässt drei große Charaktere Gestalt annehmen: ein persönlicher Blick auf Karl Lagerfeld, Andy Warhol und David Bowie.

          2 Min.

          Menschen wie Andy Warhol, Karl Lagerfeld oder David Bowie faszinieren mit ihrer Kreativität, damals wie heute. Die Berliner Künstlerin Johanna Keimeyer war von diesen großen Namen allerdings nicht nur überwältigt. Sie wollte auch wissen, wie diese Menschen sich fühlten, ob sie glücklich waren. Auf der Suche nach dem Schlüssel ihres Erfolgs, dem „It-Faktor“, schlüpfte Keimeyer in die Rollen der drei Männer – und schuf so ihre „Iconic Portraits“.

          Johanna Christner
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Ganz in Schwarz gekleidet, posiert die Künstlerin vor dunkelgrünem Hintergrund und blickt ausdrucksstark in die Kamera. „Ich bin gerne mein eigenes Werkzeug, um meine Fragestellungen zu erforschen“, sagt Keimeyer.

          Eins mit den Charakteren

          Es scheint, als wäre die Künstlerin eins geworden mit den Charakteren, die sie verkörpert: Bowie mit feuerrotem Vokuhila und exzentrischem Make-up, Lagerfeld mit Katze Choupette auf dem Arm, Warhol mit der markanten Frisur in Platinblond. „Ich möchte zeigen, wie einfach es ist, eine Maske aufzuziehen und ein Image anzunehmen“, sagt die Künstlerin.

          Ein Meister der Inszenierung, der für Freiheit auf allen Ebenen steht: David Bowie ist für  Keimeyer ein Idol. Der aufgeschminkte Kreis auf der Stirn steht für ein spirituelles drittes Auge.
          Ein Meister der Inszenierung, der für Freiheit auf allen Ebenen steht: David Bowie ist für Keimeyer ein Idol. Der aufgeschminkte Kreis auf der Stirn steht für ein spirituelles drittes Auge. : Bild: hanna Keimeyer

          Johanna Keimeyer fragt in ihren Arbeiten allerdings nicht nur nach der Essenz des Erfolgs, sondern auch: Ist dieser Erfolg wirklich erstrebenswert? Oder stößt sich der Mensch in eine Maschinerie, die ihn wegen des Drucks und der Verantwortung nachts nicht mehr schlafen lässt? „Das, was einen Menschen wirklich schön macht, ist nicht das, was man sieht, sein Erfolg oder seine Rolle“, sagt Keimeyer. „Es ist die Schönheit in seinem Inneren.“ Die „Erfahrungskünstlerin“, wie sie sich selbst nennt, studierte Design und digitale Medien an der Universität der Künste in Berlin sowie in Tokio, Rhode Island und Cambridge.

          Am Anfang war Warhol: Für das erste Foto ihrer Serie, das Porträt der Pop-Art-Ikone, ließ sich Keimeyer fast ein Jahr lang die Haare wachsen. Für das Styling brauchte sie nur fünf Minuten.
          Am Anfang war Warhol: Für das erste Foto ihrer Serie, das Porträt der Pop-Art-Ikone, ließ sich Keimeyer fast ein Jahr lang die Haare wachsen. Für das Styling brauchte sie nur fünf Minuten. : Bild: Johanna Keimeyer

          Wenn sie nicht gerade in die Rollen übergroßer Kunstfiguren schlüpft, arbeitet sie an großformatigen Installationen, die Architektur mit Video, Licht und Ton verbinden. Während sie mit den „Iconic Portraits“ den Geheimnissen des Erfolgs auf den Grund geht, ist sie selbst schon auf dem besten Weg dorthin: Ihre Werke sind in Kunstsammlungen von Frankreich bis Thailand vertreten, zudem wurde sie schon mit dem Faces of Design Award, dem International Design Award Lightning und zuletzt im Jahr 2018 mit dem International Design Award Architecture ausgezeichnet.

          Hat das die Welt besser gemacht?

          Es sind allerdings nicht die Preise, die sie antreiben. Vielmehr möchte die interdisziplinär arbeitende Künstlerin mit ihren Werken emotional berühren und Betrachtern ihrer Kunst die Möglichkeit bieten, sich selbst Fragen nach Identität und grundlegenden Werten zu stellen. Denn oft schaffe es Kunst nicht, diesem Anspruch gerecht zu werden. „Ich gehe manchmal in Ausstellungen und frage mich: Hat das die Welt wirklich besser gemacht?“ Johanna Keimeyer verfolgt da einen anderen Ansatz: „Mir geht es um Gefühle und Gedanken und das, was hinter dem Materiellen ist. Ich will das Unsichtbare sichtbar machen.“

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