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Kinderfotos auf Social Media : „Das gehört ins Familienleben und nicht ins Internet“

  • -Aktualisiert am

Sarah Kim Gries mit ihrer Tochter: Der „Privacy Protection“ Filter macht das Gesicht des Kindes unkenntlich Bild: instagram/sarah_superheld

Noch in den Windeln und schon ein Internetstar? Kinderfotos im Netz sind umstritten. Zurecht, findet Schauspielerin und Influencerin Sarah Kim Gries. Sie will mit einem Facefilter auf Instagram ein Zeichen setzen.

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          Ein Foto auf dem Töpfchen, eins bei den allerersten Schritten und zusätzlich ein niedliches Bild mit verschmiertem Schokomund: Alles Momente, die Eltern kinderleicht mit dem Smartphone festhalten können. Und genauso einfach können sie diese teilen – mit der Familie, mit Freunden, oder mit hunderten, tausenden oder hunderttausenden Followern in den Sozialen Medien. Anders formuliert: mit fremden Menschen im Internet.

          Sarah Kim Gries stand mit 13 Jahren das erste Mal vor der Kamera. Allerdings nur im Fernsehen und in Zeiten ohne soziale Netzwerke. Gries war in den frühen nuller Jahren ein Kinderstar. Bekannt wurde sie als „Vanessa“ in der Kinderbuchverfilmung „Die Wilden Kerle“. Mittlerweile ist sie 31 Jahre alt, verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn im Kleinkindalter. Auf Instagram und TikTok teilt Gries ihr Familienleben mit insgesamt knapp 250.000 Followern. Dabei steht eine Sache stets an erster Stelle: Die Privatsphäre ihrer Kinder. Und das, obwohl, oder gerade weil, sie selbst im Licht der Öffentlichkeit aufgewachsen ist.

          „Es ist einfach es umzusetzen und sein Kind zu schützen“

          „Als ich jung war, sind meine Bilder in der Zeitschrift gelandet. Die wurde gelesen und dann war sie danach im besten Fall weg. Wenn solche Fotos heute in den sozialen Medien landen, ist es faktisch unmöglich, sie jemals dort wieder wegzubekommen”, erzählt Gries. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie deshalb entschieden, ihre Kinder nicht im Netz zu zeigen. Zumindest nicht kenntlich. Auf ihrem Account @sarah_superheld sind die zwei lediglich von hinten oder verdeckt zu sehen: „Ich weiß nicht, ob meine Kinder im Internet gezeigt werden wollen. Wollen sie so gezeigt werden, wie ich das in Ordnung finde?“

          Kinderfotos in den sozialen Netzwerken zu teilen, birgt einige Gefahren in sich.
          Kinderfotos in den sozialen Netzwerken zu teilen, birgt einige Gefahren in sich. : Bild: Picture-Alliance

          Sharenting – das Phänomen, Fotos und Videos seiner Kinder im Netz zu teilen, trägt mittlerweile sogar einen Namen. Es setzt sich aus den englischen Begriffen „share” (teilen) und „parenting” (erziehen), zusammen. Erfolgreiche Stars, Influencer und Privatpersonen: Unter allen von ihnen findet man Eltern, die ihr Kind öffentlich auf Social Media zeigen. Manchen geht es um mehr Reichweite und die Anzahl an Likes und Followern: „Ein Kind zu vermarkten ist halt sehr einfach. Sie sind niedlich, machen witzige Dinge und man guckt es sich einfach gerne an”, sagt Gries. Andere wollen vielleicht einfach nur als stolze Eltern einen Moment des Kindes teilen. Unabhängig vom Beweggrund sollte sich den Konsequenzen bewusst sein, findet Gries: „Man muss aufpassen, dass die Privatsphäre gegeben ist. Denn Kinder sind eben erst mal Kinder und das soll bitte auch so bleiben.“

          Gemeinsam mit ihrem Management hat sie deshalb einen Facefilter auf Instagram erstellt. „Privacy Protection” soll es vereinfachen, die Privatsphäre der Kinder zu schützen, wenn sie auf Fotos und in Videos zu sehen sind. Gries selbst postet viel rund um ihren Alltag, der Filter erleichtert es ihr, ihre Kinder unkenntlich zu machen.

          Dabei funktioniert er grundsätzlich bei jeder Person. Bei der Aufnahme einer Instagram Story wählt er das Gesicht aus, das er als erstes erkennt und lässt es verschwimmen. Die Resonanz sei positiv, berichtet Gries. „Alle, die den Filter nutzen, kommen super damit klar und jemand, der sein Kind zeigen möchte, der nutzt ihn eben auch nicht.” Gries war dabei wichtig, dass das Ganze einfach ist, „einfach umzusetzen und einfach, sein Kind zu schützen.”

          Kinder haben auch ein Recht am eigenen Bild

          Mit den unzähligen Möglichkeiten in der weiten Welt des World Wide Webs sind eben auch neue Gefahren hinzugekommen. Die Initiative Schau hin! etwa möchte über die Mediennutzung von Kindern sensibilisieren. Darunter geht es auch um die Privatsphäre, wenn Eltern ein Foto ihres Kindes posten: „Kinder haben wie alle anderen Personen auch das Recht am eigenen Bild, können jedoch nicht selbst über eine Veröffentlichung entscheiden, weil sie die Folgen noch nicht abschätzen können. Hier sind die Eltern gefragt”, heißt es auf der Webseite. Hinzu kommt die Gefahr, dass veröffentlichte Fotos in ungewünschte Hände gelangen und schlimmstenfalls auf illegalen Plattformen landen könnten. Deshalb warnt Schau hin! gerade „vor dem Teilen von Fotos, die Kinder in Bikini oder Badehose, in der Badewanne oder in anderen privaten Situationen zeigen”. Besonders kritisch werde es, wenn zu den Fotos ein Ort beigefügt wird, so könnten Fremde das Kind relativ unkompliziert ausfindig machen.

          Auch wenn es in vielen Situationen verlockend sei und harmlos wirke, eine private Erinnerung des Kindes auf Social Media zu posten – es sei wichtig, sich mit den möglichen Konsequenzen vertraut zu machen, sagt Gries. „Man kann online zum Beispiel über verschiedene Ernährungsformen bei Kindern reden, dabei muss man aber nicht sein Kind filmen, wie es gerade essen lernt. Das gehört ins Familienleben und nicht ins Internet.” 

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