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Bereit, mehr Risiken einzugehen: Hailee Steinfeld (Archivbild) Bild: dpa

Hailee Steinfeld im Interview : „Ich bin bereit, mehr Risiken einzugehen“

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Auch für die zweiten Staffel „Dickinson“ war Hailee Steinfeld als Produzentin und Hauptdarstellerin tätig. Im Interview erzählt sie, was sie an Emily Dickinson schätzt und ob sie noch mit dem Berühmtsein ringt.

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          Gerade einmal zehn Jahre alt war Hailee Steinfeld, die als Tochter einer Inneneinrichterin und eines Fitnesstrainers im Großraum Los Angeles aufwuchs, als sie mit der Schauspielerei begann. Mit Kurzfilmen und Werbespots ging es los, bevor sie 2010 in einer tragenden Rolle neben Jeff Bridges im Western „True Grit“ von den Coen-Brüdern zu sehen war und prompt für den Oscar nominiert wurde. Seither feierte sie nicht nur Kino-Erfolge wie „Can a Song Save Your Life?“, „Pitch Perfect 2“, oder „Bumblebee“, sondern schaffte es auch als Sängerin („Starving“) bereits mehrfach gold- und platinprämiert in die weltweiten Charts. Seit vergangenem Jahr spielt die heute 24-Jährige außerdem die Titelrolle in der charmanten Serie „Dickinson“. Anlässlich des Starts der zweiten Staffel (am 8. Januar bei AppleTV+) konnten wir mit ihr telefonieren.

          Miss Steinfeld, Sie spielen in „Dickinson“ eine – natürlich fiktionalisierte – Version der großen amerikanischen Dichterin Emily Dickinson. Was bewundern Sie an dieser Frau?

          Ich bin inzwischen ein großer Bewunderer ihrer Lyrik. Aber vor allem finde ich es enorm beeindruckend, dass sie zu allem etwas zu sagen hatte beziehungsweise. über die unterschiedlichsten Themen schreiben konnte. Ganz unabhängig davon, ob sie das nun für sich behalten oder mit ihrem Umfeld geteilt hat. Sie war als Künstlerin ziemlich furchtlos und hat für das gekämpft, was sie liebt. Und darum, gehört und wahrgenommen zu werden. Das finde ich vorbildhaft.

          Haben Sie noch andere Vorbilder?

          Mein Größtes war und bleibt meine Mutter. Wenn ich irgendwann einmal eine halb so tolle Mutter und Person werde wie sie, dann kann ich auf mich stolz sein. Aber es gibt natürlich auch noch andere tolle Frauen, die ich bewundere. Katharine Hepburn zum Beispiel, oder Lady Di. Stilvolle, kluge und wunderschöne Frauen, die sich mit Stärke und Leidenschaft ihren Aufgaben verschreiben. So hoffe ich auch zu sein.

          Sie haben an anderer Stelle mal gesagt, dass Dickinson zu spielen und an dieser Serie beteiligt zu sein Sie als Künstlerin mutiger gemacht habe. Wie meinten Sie das?

          Ich würde nicht sagen, dass ich in der Vergangenheit langweilig oder zu vorsichtig war. Aber dank Emily bin ich vielleicht noch etwas mehr bereit dazu, Risiken einzugehen. Oder übe mich weniger in Zurückhaltung. Ich merke das vor allem, wenn ich Songs schreibe. Früher hatte ich eher Schwierigkeiten damit, mich mit mir unbekannten Songschreibern oder Musikproduzenten zusammenzusetzen und an Songs zu arbeiten, die teilweise von wirklich persönlichen Emotionen und Erfahrungen handelten. Heute habe ich viel mehr Vertrauen in mich selbst und meine Fähigkeiten, aber auch in die anderen. Und merke, dass meine Arbeit immer dann besonders gut ist, wenn ich besonders offen bin.

          Und dieses neue Selbstvertrauen entspringt der unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Künstlerin Emily Dickinson? Oder doch eher der Tatsache, dass Sie auch als Produzentin an der Serie beteiligt sind und entsprechend mehr Verantwortung denn je tragen?

          Beides, würde ich sagen. Vor allem im Zusammenspiel. Zu sehen, wie eigenwillig und selbstbestimmt Emily mit ihrer eigenen Kunst umgegangen ist, ist auf jeden Fall inspirierend. Aber natürlich hat mich auch die Aufgabe wachsen lassen, gleichzeitig bei einer Serie Hauptdarstellerin und Produzentin zu sein. Zumal wir da unter ziemlichem Zeitdruck standen. Zwischen der ersten und der zweiten Staffel lag wenig Zeit. Aber ich liebe Herausforderungen. Es ist ja kein Geheimnis, dass sie es sind, die einen letztlich weiterbringen.

          Eigene Songs schreiben, Produzieren – was kommt als nächstes? Wollen Sie auch mal ein Drehbuch schreiben oder Regie führen?

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