https://www.faz.net/-hrx-ack7f

Begeistert nicht nur mit ihren Worten, sondern auch mit ihrem Look: Amanda Gorman Bild: AP

Comeback des Haarreifs : Ein mächtiges Accessoire

Haarreife findet man längst nicht mehr nur auf Kinderköpfen. Egal ob Amanda Gorman oder Herzogin Kate – sie tragen ihn bewusst und zeigen, wie mächtig dieses Accessoire ist.

          1 Min.

          Ein Haarreif? Minnie Mouse und Alice im Wunderland prägten lange das Bild von diesem Accessoire, und wer älter als fünf Jahre war, riskierte immer, damit ziemlich dämlich auszusehen. Wie kommt es dann, dass die Haarreife unserem Model Akina so gut stehen, das wir in Offenbach fotografiert haben?

          Jennifer Wiebking
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das hat mit den Frauen zu tun, die den Haarreif bewusst tragen und in entscheidende Rollen kamen. Drei sind besonders bekannt. Zunächst einmal Kate, die Herzogin von Cambridge, die Verantwortungsvolle, die in den vergangenen Jahren so häufig mit Haarreif zu sehen war, wenn sie repräsentierte, dass selbst der etwas von diesem Ruf abbekam. Dann Carrie Symonds, die Partnerin des britischen Premierministers Boris Johnson, die spätestens seit der Affäre um die Renovierungskosten der Wohnung an der Downing Street nicht dafür bekannt ist, sonderlich brav zu sein; Kritiker werfen ihr vielmehr ein übersteigertes Machtbewusstsein vor, und selbst der Haarreif konterkariert dieses Image bislang nicht. Und schließlich Amanda Gorman, die seit der Einführung von Joe Biden in das Amt des amerikanischen Präsidenten mit ihrem Gedicht beinahe dieselbe Art von weltweiter Bekanntheit erreicht hat.

          Bei ihrem Auftritt trug sie: einen gelben Mantel, so leuchtend wie die Sonne, in Kombination mit einem roten Haarreif, der optisch geradezu feierlich glühte. Auch Amanda Gormans Ruf als neue amerikanische Hoffnungsträgerin färbt ab auf dieses Modeteil. Man könnte den Haarreif vorsorglich auf seine Tauglichkeit im Präsidentschaftswahlkampf 2036 abklopfen. Oder sich ein ähnliches Modell zulegen, nur in Weiß, von Prada. Oder mit Kristallsteinen, als wäre der Haarreif die kleine Schwester der Tiara, von Miu Miu und Jennifer Behr, über den Onlinestore Mytheresa. Oder mit floralen Elementen, von Erdem, ebenfalls über Mytheresa. Der Haarreif von Dior ist bedruckt mit dem verspielten Toile-de-Jouy-Muster. Auch das geht, auch so kann man es ernst meinen mit diesem Accessoire.

          Ein Modell, das für Hoffnung steht: Der Prada Haarreif in schneeweiß. Bilderstrecke
          Sieben Modelle : Haarreifen, die es ernst meinen

          Es braucht wohl keine weiteren Beispiele von Frauen, die ihn tragen, bis aus ihm ein typisch weibliches Accessoire geworden ist, in dem Sinne, wie die Krawatte ein typisch männliches ist. Apropos: Die Krawatte fällt. Männer tragen jetzt lieber offene Hemden. Souverän geht eben auch entspannt. Und die Haarreif-Frauen zeigen: Weiblich geht auch mächtig.

          Weitere Themen

          Wer kann, macht blau

          FAZ Plus Artikel: Levi's-Remakes : Wer kann, macht blau

          Immer wieder Levi’s: In der Luxusmode begegnet einem gerade häufig die alte Jeans. Ist das ein Zufall oder ist der altbekannte Klassiker wieder im Trend? Die Kolumne Modeerscheinung.

          Topmeldungen

          Leere in der  Messe Frankfurt: Ohne Unterstützung  hätte es allerdings noch mehr Insolvenzen gegeben.

          Corona-Förderung : Der Weg in die Zombie-Wirtschaft

          Die Bundesregierung will die Corona-Hilfen verlängern. Doch nicht alle Geschäftsmodelle haben eine Zukunft. Ökonomen warnen: Die Hilfe könnte mehr schaden als nutzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.