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Der Wandertipp für Rhein-Main : „Guck ins Loch“

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Wieder zurück, gehen wir im abwechslungsreichen Wald geradeaus den ebenen Höhenweg entlang, der unnötigerweise mit Asphalt versehen ist. Ein Stück auch, wenn wir gut 1500 Meter nach dem Steinbruch an einer Kreuzung links gen Burg Philippstein eingewiesen werden, bald abgelöst vom Hinweis auf eine Grillhütte. Das große Gebäude vor der Waldwiese umkurvt man, und dann über einen Pfad zwischen Eichen und Buchen, der in den Burghof mündet.

Auch ohne den Turm zu besteigen, wofür im Ort der Schlüssel besorgt werden muss, öffnet sich ein beeindruckendes Sichtfenster auf die wie ein Luftschloss über den Bäumen schwebende Braunfelser Residenz. Bei den Philippsteinern ging es etwas bescheidener zu, Burg und Gemeinde setzte das Möttbachtal enge Grenzen. Immerhin leistete man sich 1913 eine neue Kirche, deren Rechteckform mit Turmaufsatz über geschiefertem Dach eher an säkulare Gebäude, ein Schul- oder Rathaus denken lässt.

Wir sehen es, nachdem von der Burgruine durch Wald und dann die Linden- zur Braunfelser Straße abgestiegen wurde. Dieser folgen wir mit dem unterdessen hinzugetretenen schwarzen X. Ausgangs weist es links in die Straße Am Wald und, wie der Name verspricht, unter Eichen und Hainbuchen in das Möttauer Tal – rechts das erlengesäumte Bächlein und ein Wiesenstreifen, links steil ansteigend teilweise freiliegender Diabas.

Wenn zwischenzeitlich das X rechts entschwindet, bleibt die Richtung unverändert, zunächst bis zum Splittwerk vor einem stillgelegten Steinbruch. Man darf, rechts an dem grünen Gebäude vorbei, durch das Betriebsgelände laufen. Die Arbeit ruht am Wochenende; optional lässt sich auf die parallele Landstraße ausweichen und oben um die tonnenförmige Lagerhalle auf die andere Talseite. Nutzt man die Werksdurchfahrt, dann hinter der hohen Mischanlage links ebenfalls zu dem Randweg. Wie bisher geht es munter im wildromantischen Möttautal weiter.

Sieht man von den Verarbeitungsbetrieben für den Diabas ab. Der zweite, gut ein Kilometer weiter, wird allerdings nicht durchquert, sondern nach dem Eisenbrückchen gleich rechts verlassen: über die Einfahrt zur nahen Landstraße und mit ihr links 100 Meter an die Einmündung. Dort hinüber, und in kaum zehn Minuten zwischen Wald und Weiden erreicht man den Mötterauer Weiher und die Parkplätze. Zum Einkehren bietet sich jenseits der Bundesstraße etwas versteckt das Landhaus Einhaus mit Freisitz an.

Sehenswertes

Selten und schön: der Möttauer Weiher bei Weilmünster. Das ursprünglich im Spätmittelalter zur Fischzucht angelegte Gewässer wurde 1976 für Natur- und Freizeitbelange reaktiviert. Lagern, Grillen und Angeln sind erlaubt, jedoch keine wassersportlichen Aktivitäten.

Einblick in einen der größten Steinbrüche im Taunus gibt die Aussichtsplattform „Guck ins Loch“ 100 Meter über der Talsohle. Der dort gewonnene Diabas wird unterhalb in zwei Werken verarbeitet.

Aus dem widerstandsfähigen Vulkangestein ist Burg Philippstein im gleichnamigen Ort erbaut. Im 14.Jahrhundert zum Schutz ihrer Montaneinrichtungen von den Nassau-Weilburger Grafen errichtet, zeichnete die Anlage eine mächtige Schildmauer aus. Teile davon und der runde Bergfried sind restauriert. Burg Philippstein ist frei zugänglich; den Schlüssel für den Turm erhält man in der Gaststätte Gombel (Braunfelser Straße 26)

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