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Digitaler Tag der Architektur : Ausgebaut und umgebaut

Roter Lindwurm: vom Büro Netzwerkarchitekten entworfene Fuß- und Radwegebrücke in Darmstadt Bild: © 2020, Joerg Hempel, Germany

Der Tag der Architektur an diesem Wochenende findet nur digital statt. Aber die virtuelle Reise per Mausklick macht Lust auf mehr.

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          Architektur ist eine Kunstform, die nicht im Verborgenen geschieht. Gebäude sind von der Straße aus wahrnehmbar, sie prägen den öffentlichen Raum und manchmal sogar ganze Viertel und Städte. Aber so wichtig die äußere Erscheinungsform auch ist, die Fassade bleibt doch immer nur ein Teil des Ganzen. Wer ein Gebäude und seine Form und Funktion verstehen will, der muss es betreten und nicht selten auch mit Bauherren und Architekten ins Gespräch kommen. Das ist der Clou am Tag der Architektur: Er vermittelt zwischen Betrachtern und Produzenten und stellt die Verbindung her. Bauherren und Architekten führen durch ihre Gebäude, erläutern Details und was sie sich bei all dem gedacht haben.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch all dies kann im Corona-Jahr 2021 nicht stattfinden. Wie viele größere Veranstaltungen bedarf auch der Tag der Architektur, der an diesem Wochenende stattfindet, eines größeren Vorlaufs. Termine müssen abgestimmt und Führungen geplant werden. Mag die jetzige Infektionslage auch Begegnungen in kleinerem Rahmen zulassen, so war dies zu dem Zeitpunkt, als der Tag der Architektur geplant wurde, unabsehbar. Die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen hat sich daher entschieden, den Tag der Architektur nur digital stattfinden zu lassen.

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          Dafür hat die Architektenkammer ihre Internetseite grundlegend überarbeitet. Auf einer neuen virtuellen Baukultur-Karte kann man am Bildschirm durch das ganze Land scrollen und sich über jene 60 Projekte informieren, die die Jury bemerkenswert fand und für würdig erklärte, in die Auswahl zum Tag der Architektur aufgenommen zu werden. Die Filterfunktion ermöglicht die Suche nach verschiedenen Bauaufgaben und auch älteren Jahrgängen.

          Ausgebaute Dachgeschosse, umgebaute Reihenhäuser

          Die Auswahl versammelt nicht nur gute Alltagsarchitektur. Sie gibt auch stets einen Hinweis darauf, welche Themen und Bauaufgaben aktuell von besonderer Bedeutung und gesellschaftlicher Relevanz sind. So finden sich beispielsweise in Frankfurt gleich mehrere Beispiele für ausgebaute Dachgeschosse, umgebaute Reihenhäuser und ergänzte Siedlungen. Das verdeutlicht, dass die Weiterentwicklung des Bestands und die Nachverdichtung in der Mainmetropole eine zentrale Rolle spielen. Auch das interessante Experiment der städtischen ABG, in einem neuen Wohnhaus mit effizienten Grundrissen die Baukosten und damit auch die Mieten zu senken, wurde in die Auswahl aufgenommen.

          Aber auch an anderen Orten der Region sind ästhetisch überzeugende und inhaltlich spannende Projekte entstanden: Eine verschlungene Fuß- und Radwegbrücke am Mozartturm in Darmstadt macht Lust auf eine Ausflugsfahrt. An vielen Stellen wurde mit dem nachwachsenden und klimafreundlicheren Baustoff Holz experimentiert. Dass man auf dem Land aber auch die Parkplätze nicht vergessen darf, zeigt das ansonsten hinreißende Bürgerhaus Braunshardt, das in seiner Grundform an eine Scheune erinnert und auch dem lokalen Blasorchester genügend Platz für seine Proben bietet. Dieses Angebot macht Lust, die virtuelle Reise per Mausklick auch ganz analog anzutreten: Wer mag, kann sich natürlich auch auf den Weg machen – und die Gebäude zumindest von außen betrachten.

          Informationen unter tda-akh.de

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