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Sonnenblumen und Gerbera : Das Blümchen-Comeback der Jasmin Wagner

  • -Aktualisiert am

Die als 90er-Jahre-Idol Blümchen berühmt gewordene Jasmin Wagner bei der Mercedes-Benz Fashion Week Mitte Januar 2020 Bild: dpa

Eigentlich wollte Jasmin Wagner das „Blümchen“-Kapitel vor fast zwanzig Jahren abschließen. Nach ausverkauftem Comeback im vergangenen Jahr lässt sie die neunziger Jahre nicht nur musikalisch noch einmal aufleben.

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          „Wie ein Boom Boom Boom Boom Boomerang, komm ich immer näher an dich ran“ – diesen Songtext kennt, wer in den neunziger Jahren ein Teenager war. Und wie ein Boomerang kommt Jasmin Wagner dieser Tage wieder zurück. Nach dem ausverkauften „Blümchen“-Comeback-Konzert im vergangenen Jahr ist die Sängerin, die gerade ihren 40. Geburtstag feierte, wieder voll aufgeblüht. Eigentlich waren fast ein Dutzend Konzerte und Neunziger-Jahre-Partys bis zum Ende dieses Jahres geplant – einiges davon wird nun über Instagram und andere digitale Live-Formate gemacht, anderes ist verschoben.

          Passend zur zweiten Blüte hat die Sängerin im Frühjahr ihre erste „Blümchen-Kollektion“ herausgebracht, bei der sie ihren Künstlernamen ganz wörtlich nahm und ein Neunziger-Jahre-Pflanzen-Best-Of präsentierte, inklusive Gerbera, Sonnenblumen und Bambusstäben. „Eigentlich habe ich das „Blümchen“-Kapitel vor fast zwanzig Jahren geschlossen“, sagt Wagner. Sie war gerade einmal fünfzehn Jahre alt, als sie mit „Herz an Herz“ von ihrer schlagartigen Berühmtheit überrumpelt wurde. Mit Anfang zwanzig hat sie ihre erste Karriere beendet. „Ich habe mich gefragt, ob das mein Leben sein sollte. Ich war ja noch wahnsinnig jung und wollte nicht gezwungen sein, das mein ganzes Leben zu machen. Ich wollte einfach frei sein, alles neu zu entscheiden“, erzählt sie rückblickend.

          Immer der Bühne treu geblieben

          Also ging sie mit dem Rucksack auf reisen, lernte surfen, wollte mehr mehr über sich herausfinden. Als Teenager habe sie lernen müssen mit der plötzlichen Aufmerksamkeit umzugehen. „Natürlich habe ich mich gefragt, ob die Leute wirklich an mir oder an dem Star interessiert waren. Im Ausland, wo mich kaum jemand kannte, habe ich dann festgestellt, dass man mich auch so angesprochen hat und mag. Das war eine wahnsinnig wichtige Erfahrung“, sagt sie. Der Bühne ist sie trotzdem treu geblieben, hat für andere Musiker Lieder geschrieben, moderiert und Theater gespielt. Dann kamen immer öfter Anrufe und Nachrichten von Freunden, die ihr mitteilten, dass ihre alten Lieder wieder gespielt werden. Schließlich gab es die ersten Anfragen für Auftritte mit den alten Songs.

          „Mein bester Freund hat mich irgendwann gefragt, warum ich immer „nein“ sage. Er war damals ein Teenager, hatte ein Poster von mir im Zimmer und durfte, wie viele aus der Generation, nicht zu meinen Konzerten. Da habe ich beschlossen, es einfach zu probieren. Und das ist eben die Magie. Wir waren Teenager, jetzt komme wir wieder zusammen und einigen uns darauf, dass wir uns für einen Moment so frei fühlen wie damals. Natürlich möchte kaum jemand zurück, aber wir leben mit einem Augenzwinkern ein bisschen Nostalgie. Es passt einfach zum Zeitgeist“, so Wagner.

          Sie wirkt heute kaum älter, nur ausgeglichener als das Mädchen von damals. Und das Verhältnis von Blümchen und Jasmin, sagt sie, ist ein tief freundschaftliches: „Wenn ich zurückdenke, bin ich gerührt von der Kleinen, die mit so viel Spaß und Tapferkeit ihren Weg geht“, sagt sie.

          Heute steht sie in der Mitte ihres Lebens, spielt mit der Marke „Blümchen“ - wie zuletzt im Januar während der Berliner Modewoche, bei der sie einen von den Neunziger Jahren inspirierten Look der Designerin Marina Hoermanseder trug. „Vielleicht vergeht es auch wieder, schließlich haben auch Blumen eine begrenzte Lebenszeit. Das Schöne ist auf Wellen der Zeit zu reagieren und im Moment fühlt es sich schön an.“

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