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Dan Stevens im Interview : „Robin Williams hat mich stark beeinflusst“

  • -Aktualisiert am

Makellos: Dan Stevens als Roboter in „Ich bin dein Mensch“ Bild: dpa

Dan Stevens spielt in Maria Schraders „Ich bin dein Mensch“ einen Liebesroboter. Im Interview erzählt er, wen er sich dafür als Vorbild nahm und wie seine Rolle in „Downton Abbey“ ihn noch heute verfolgt.

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          Schon als 15-Jähriger verbrachte der in Wales und Südostengland aufgewachsene Dan Stevens seine Sommerferien am National Youth Theatre, und auch während seines Englisch-Studiums in Cambridge zog es ihn auf die Bühne. Seit seinem großen Durchbruch als Matthew Crawley in der Erfolgsserie „Downton Abbey“ ist er auch immer wieder in Kinofilmen wie „Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt“, „Nachts im Museum: Das geheime Grabmal“ oder „Die Schöne und das Biest“ zu sehen. Zuletzt spielte Stevens den russischen Schnösel-Sänger Lemtov in der Oscar-nominierten Komödie „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga“ von Netflix. Anfang Juni feierte bei der Sommer-Berlinale der deutsche Film „Ich bin dein Mensch“ von Maria Schrader Premiere, der ab 1.7. regulär in die deutschen Kinos kommt. Stevens spielt darin die Rolle eines Liebesroboters. Anders als auf der Leinwand möchte der 38-jährige im per Zoom geführten Interview allerdings lieber Englisch sprechen. Als digitalen Bildhintergrund hat er eine Ziegelwand mit Löwenmotiv gewählt. Keine Anspielung an den Song „Lion of Love“ aus „Eurovision Song Contest“, sondern ein Foto des berühmten Ischtar-Tors im Berliner Pergamonmuseum, wo „Ich bin dein Mensch“ im vergangenen Sommer gedreht wurde.

          Mr. Stevens, in Ihrem neuen Film „Ich bin dein Mensch“ spielen Sie einen humanoiden Roboter, der ganz darauf ausgerichtet ist, die romantischen Bedürfnisse einer skeptischen Wissenschaftlerin zu erfüllen. Sie selbst haben den Film kürzlich als „entzückend deutsch“ beschrieben. Wie meinten Sie das denn?

          Damit wollte ich sagen, dass hier ziemlich große Fragen – etwa was einen Menschen eigentlich ausmacht oder wie viel Perfektion die Liebe verträgt – auf sehr leichtfüßige, elegante und manchmal humorvolle Weise verhandelt werde. Das ist in meiner Erfahrung eine sehr deutsche Qualität. Zumindest habe ich bei vielen meiner deutschen Kollegen und Freunde oft erlebt, dass sie sehr gut darin sind, schwere Themen nicht ausschließlich bierernst und schwermütig zu besprechen.

          Woher kommt eigentlich Ihr persönlicher Bezug zu Deutschland und der deutschen Sprache?

          Meine Eltern hatten Freunde, die in Bielefeld lebten, und wir haben sie in den Schulferien immer mal wieder in Nordrhein-Westfalen besucht. Aus England angereist mit dem Auto! So habe ich schon als Kind ein bisschen Deutsch gelernt, später hatte ich es dann auch als Fach in der Schule. Über unsere Freunde in Bielefeld habe ich dort sogar mal ein kurzes Praktikum gemacht. Ich liebe die Sprache wirklich sehr. Lustigerweise konnte ich meine Deutschkenntnisse später dann auch beruflich nutzen, denn gleich mein erster Kinofilm war „Hilde“, in dem ich neben Heike Makatsch den britischen Schauspieler und Regisseur David Cameron spielte, der mit Hildegard Knef verheiratet war. Danach hoffte ich immer, dass sich vielleicht noch einmal die Chance ergibt, vor der Kamera Deutsch zu sprechen, denn in einer Fremdsprache zu spielen ist eine spannende Herausforderung. Als sich die Chance ergab, „Ich bin dein Mensch“ zu drehen, konnte ich mein Glück kaum fassen.

          Kannten Sie die Regisseurin Maria Schrader, die Ihnen diese Chance dann gab?

          Als das Drehbuch zum Film auf meinem Tisch landete, hatte ich lustigerweise gerade die Netflix-Serie „Unorthodox“ gesehen, bei der sie Regie geführt hat. Außerdem hatte ich ein paar Folgen von „Deutschland 89“ geschaut. Überhaupt wusste ich, dass sie eine tolle deutsche Schauspielerin ist, denn nicht zuletzt Freunde, die sich in der deutschen Theaterszene auskennen, schwärmten oft von ihr. Die Arbeit mit ihr war jetzt die reinste Freude. Ihr Verständnis für Schauspieler ist ganz instinktiv und brillant. Ich habe selten jemanden erlebt, der mit so einfachen Mitteln einem Schauspieler weiterhelfen kann, der mit einer Szene Schwierigkeiten hat.

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