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#covidsprichwörter auf Twitter : Wer nicht warnt, der nicht gewinnt

  • -Aktualisiert am

„Trautes Heim, Quarantäne allein“? Auf Twitter werden allerlei Sprichwörter neu empfunden, auch die Corona-Warn-App macht mit. Bild: dpa

Als hätte die Pandemie die deutsche Sprache nicht schon genug durcheinander gewirbelt: Auf Twitter finden sich allerlei bekannte Redewendungen – jetzt aber mit Corona-Touch.

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          Booster, Maskenpflicht, Impfneid, Lockdown, Bürgertest, Diskussionsorgie, Hospitalisierungsrate, „neue Normalität“, Plateau: Der nunmehr zwei Jahre andauernde Ausnahmezustand hat alles Mögliche mit dem deutschen Wortschatz angestellt. Er hat sich dank des Virus noch mehr englische Wörter zu eigen gemacht und Fachwörter wie „Herdenimmunität“ erfreuen sich seither einem deutlich höheren Bekanntheitsgrad.

          Kim Maurus
          Volontärin.

          Dank der Beschaffenheit der deutschen Sprache sind auch grausige Wörter wie Corona-Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen möglich. Und Kombinationen wie 2-G-plus oder AHA+L+A, die der Laie vor der Pandemie vielleicht irgendwo in der höheren Mathematik verordnet hätte, laufen einem so geläufig über die Lippen, als gäbe es sie schon immer und wären nicht bloß der leidenschaftslose Versuch, die Unübersichtlichkeit an Regeln in abstrakte Kurzformen zu gießen.

          Das alles ist zur Gewohnheit geworden, doch schön ist und klingt es nicht. Eigentlich ist die deutsche Sprache doch kreativer, denkt man nur an ihre zahlreichen Redewendungen, die teils Jahrhunderte alt sind und damit auch schon einige Pandemien überdauert haben – zeitlose Klassiker sozusagen. Bis jetzt. Denn auf Twitter tummeln sich unter dem Hashtag #covidsprichwörter nun auch neue Versionen altbekannter Sprichwörter, angepasst an die pandemische Lage.

          Das Prinzip ist einfach: Ersetze ein Wort, und schon ist eine Corona-Weisheit entstanden! Beispiele gibt es zur Genüge: Aus „Morgenstund hat Gold im Mund“ wird „Morgenstund hat Stab im Mund“, aus der Einsicht, bekanntlich ja der erste Schritt zur Besserung, wird der Einstich. Der Klügere, so kann man lesen, gibt nicht nur nach, er impft auch nach. Und das unter Spongebob-Fans gefeierte Zitat „Ist der Finger oben, wird man dich loben“ wird zum Tipp für das richtige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, in dem statt vom Finger von der Maske spricht.

          Sogar die Bundesregierung macht mit, im Falle der Corona-Warn-App natürlich gleich mit Eigenwerbung: „Wer nicht warnt, der nicht gewinnt“, heißt es von deren Account. Andere sind weniger auf Sprichwörter, als auf die Doppeldeutigkeit von Wörtern aus. „Früher wollte ich Pilot werden“, teilt ein Nutzer mit. „Jetzt arbeite ich im Testzentrum. Man muss eben manchmal Abstriche machen.“ Und auch die Filmwelt muss sich dem Trend beugen, der Komödientitel „Trautes Heim, Glück allein“ macht den Anfang – und das Glück muss der Quarantäne weichen.

          Selbstredend geht der Trend auch nicht an denen vorbei, die es sonst nicht so ernst nehmen mit der Pandemie und den Maßnahmen, die vor ihr schützen, wenn sich genügend daran halten. „Willst du Covidioten sehn, musst du zu #covidsprichwörtern gehn“, warnt ein Nutzer vorsorglich. Und teils finden sich Tweets, die Ärzte und Pfleger so niemals unterschreiben würden. „Wer den Impfstoff nicht ehrt, ist das Intensivbett nicht wert“, heißt es an einer Stelle etwa.

          In einem aber dürften sich die meisten einig sein, zumindest gefühlsmäßig: „Alles hat ein Ende“, schreibt ein Nutzer. „Nur Corona keins.“ Bleibt zu hoffen, dass sich zumindest dieses Sprichwort nicht bewahrheitet.

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