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Promis und die Lockdown-Frise : Ich hab’ die Haare schön

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner steht wegen der Umsetzung der EU-Agrarreform in der Kritik. Bild: dpa

Seit sieben Wochen sind die Friseursalons zu. Bei manch einem Politiker und auch bei Christian Drosten ist die Lockdown-Frise zurück – andere hingegen schaffen es weiterhin, ihre Frisur in Schach zu halten. Aber wie?

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          Der Lockdown teilt langsam die Gesellschaft: Da sind die einen, denen allmählich Farbe und Schnitt aus den Haaren gewachsen sind und die in Videokonferenzen versuchen, mit auffälligen Hintergründen von ihrem haarsträubenden Kopfschmuck abzulenken. Und da sind die anderen, die auch sieben Wochen nach der Schließung von Friseursalons immer noch aussehen wie am ersten Tag. Wie machen die das nur?

          Julia Anton
          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Zu den Glücklichen zählt zum Beispiel, wer in dieser Situation mit einem Friseur zusammenlebt, der schnell mal im heimischen Badezimmer die Schere anlegt. Auch stylingaffine Mitglieder des eigenen Hausstands tun es: So verlässt sich Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales (CSU), auf ihre Töchter, „die endlich mal beweisen können, dass ihr stundenlanges Beschäftigen mit Schmink- und Frisuren-Tutorials auf Youtube keine verschwendete Zeit war“, wie die Politikerin vergangene Woche sagte. Auch für Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sind Youtube-Filme keine verlorene Zeit – sie legt ihre Haare in schöne Lockdown-Locken.

          Oder war sie gar in Luxemburg? Dort haben Friseursalons weiter geöffnet, und von ihrem heimatlichen Bundesland Rheinland-Pfalz ist es nicht allzu weit entfernt. Nach Medienberichten gehen für einen frischen Schnitt selbst einige Personen aus München und Köln, die es haargenau nehmen, auf die lange Reise ins Großherzogtum.

          Wer zu akkurat ist, macht sich verdächtig

          Es muss aber auch unter den deutschen Friseuren schwarze Schafe geben, die es nicht schert, wenn sie bei Hausbesuchen gegen jede Regel verstoßen. Das zeigt schon ein Blick in die Nachbarschaftsgruppe, in der fröhlich Nummern herumgereicht werden. Den Vorwurf eines allzu akkuraten Schnitts machte der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks einigen Profi-Fußballspielern Mitte Januar: So manch eine Spielerfrisur sei nur durch Profihände möglich, monierte der Verband in einem offenen Brief an den Deutschen Fußball-Bund. Die frisch frisierten Fußballstars setzten die gesamte Branche unter Druck. Leider gibt es aber keine Beweise, dass nicht doch Mitspieler oder Partnerinnen am Haarwerk waren.

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          Söder, Drosten und Co. : Die Lockdown-Frise ist zurück

          Weiter auf ihre Stylisten verlassen dürfen sich derweil Moderatoren und Darsteller bei Film und Fernsehen – im gewerblichen Bereich ist ihr Einsatz möglich. Dort trifft nicht der Friseur auf einen Kunden, sondern Beschäftigte machen die Haare anderer Beschäftigter, wie ein Sprecher der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BGETEM) sagt. Statt Infektionsschutzgesetz gelten dort die Vorschriften für Arbeitsschutz. Die BGETEM hat dafür eine Handreichung mit Richtlinien erstellt: mit Maske in der Maske, ausreichend große Räume und getrenntes Material.

          Wie ein Sprecher der ARD mitteilt, muss für jede Studioproduktion ein eigenes Hygienekonzept vorgelegt werden. Bei Talksendungen wie „Anne Will“ werden die Maskenbildner demnach wie alle anderen Produktionsmitarbeiter vor der Sendung getestet, auch Gästen biete man einen Test an. Ähnlich funktioniere das bei der „Tagesschau“, und auch bei fiktionalen Formaten wie „Rote Rosen“ übernehmen weiterhin Profis das Frisieren und die morgendliche Maske. Nur beim „Drehfertigmachen“ am Set müssen die Schauspieler zum Schluss selbst Hand an sich legen.

          Auf eine Angestellte verlässt sich übrigens auch Angela Merkel: Die Bundeskanzlerin – zuvor über viele Jahre Kundin des im Dezember verstorbenen Berliner Starfriseurs Udo Walz – nimmt für Haare und Make-up die Leistungen einer Assistentin in Anspruch, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Selbstverständlich würden dabei Hygiene-Maßnahmen eingehalten.

          Für alle anderen gilt in der Zwischenzeit: Mut zu wuscheligen Haaren! Und trotz Matte erhobenen Haupts das Haus verlassen! Schließlich wundert sich im Winter ja niemand, wenn man eine Mütze auf dem Kopf trägt.

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