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Bonnie Tyler im Gespräch : „Ich werde nie müde, diese Songs zu singen“

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Sind Sie manchmal eigentlich genervt davon, dass die Leute bei den Konzerten natürlich auch ihre großen Hits wie „It’s a Heartache“, „Total Eclipse of the Heart“ oder „Holding Out For a Hero“ hören wollen?

Um Gottes Willen, nein. Ich werde nie müde, diese Songs zu singen. Das Publikum rastet dann verlässlich aus und kennt die kompletten Texte, das ist einfach toll. Darum geht es doch: die Leute glücklich zu machen. Meine Fans können sich da auf mich verlassen, denn nicht ist doch ärgerlicher als Konzerte, bei denen jemand ausgerechnet seine größten Hits nicht spielt. Abgesehen davon muss ich auch einfach sagen: Das sind alles verdammt starke Songs, die auch heute noch für Gänsehaut sorgen.

Haben Sie eine Erklärung dafür, dass Sie ausgerechnet im deutschsprachigen Raum bis heute besonders erfolgreich sind?

Die Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind einfach sehr loyal. Als ich mit 26 Jahren meinen ersten Hit „Lost in France“ hatte, war Deutschland das erste Land, wo er in die Top 10 einstieg – und dort ein halbes Jahr lang blieb. Entsprechen viel Zeit habe ich auch mit meiner damaligen Band in Deutschland verbracht. Seither komme ich immer wieder gerne. Übrigens auch wegen des Essens!

In den Neunziger Jahren produzierte sogar Dieter Bohlen einige Ihrer Alben.

Der rockige Sound der Achtziger war damals irgendwann out, in der Popmusik waren Dance-Sounds angesagt. Das konnte Dieter gut, und er überredete mich dazu, mal eine neue Richtung einzuschlagen. Bei unserem ersten gemeinsamen Album „Bitterblue“ verwendete er ein Pseudonym bei den Songs, die er für mich schrieb, weil er wohl wusste, dass er jemand, den die Leute entweder lieben oder hassen. Erst als auch die Platte es in die Top 10 schaffte, kam heraus, dass er dahintersteckte.

Haben Sie noch Kontakt zu ihm?

Na, klar, wir sprechen immer mal wieder, wenn ich in Deutschland bin.

Sie waren eine der ersten westlichen Künstlerinnen, die durch die Sowjetunion tourten, Sie haben im Vatikan gesungen, beim Eurovision Song Contest und auf Kreuzfahrtschiffen. Was war für Sie selbst der bemerkenswerteste Moment Ihrer Karriere?

Am unglaublichsten war eigentlich ein Auftritt bei der Grammy-Verleihung 1984 in Los Angeles. Da stand ich auf der Bühne und habe „Total Eclipse of the Heart“ gesungen, während in der ersten Reihe Michael Jackson, Quincy Jones und Diana Ross und auch hinter ihnen reihenweise Superstars saßen. Ich stand da in Stilettos und einem engen Lederkleid auf einer riesigen Treppe und musste live singen, war aber so nervös, dass mir fast buchstäblich die Spucke wegblieb. Am Ende war es ein unvergessliches Erlebnis. Allemal besser als ein früher Aufritt von mir in einem Park in Hamburg, wo es so sehr stürmte, dass die halbe Bühne über mir zusammenkrachte.

Tylers neues Album „The Best Is Yet to Come“ erscheint am 26. Februar
Tylers neues Album „The Best Is Yet to Come“ erscheint am 26. Februar : Bild: dpa

Ihre großen Hits werden immer wieder auch in Film und Fernsehen verwendet. Verfolgen Sie da, welcher Song wo zum Einsatz kommt?

Viele Songs habe ich ja eigens für Filme aufgenommen. „Holding Out For A Hero“ etwa ist damals zuerst auf dem Soundtrack von „Footloose“ erschienen. Und später auf diversen anderen, was ich nicht immer mitbekomme, mir aber natürlich häufig zugetragen wird. Einmal saß ich mit meinem Mann in einem Restaurant in New York, als vom Nachbartisch ein Typ mit Baseballmütze aufstand und zu uns rüber kam. Er berichtete, dass „Hero“ in einer Schlüsselszene seines neuen Films „Banditen!“ verwendet würde. Dass der Kerl Bruce Willis war, wurde mir erst viel später klar.

All diese Erinnerungen und Anekdoten, wollen Sie die nicht eigentlich mal aufschreiben?

Das wurde ich natürlich schon oft gefragt. Aber mir fehlt dafür einfach die Zeit. Mal sehen, vielleicht schreibe ich meine Autobiografie, wenn ich 80 werde. Das sind ja nur noch zehn Jahre!

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