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Kritik an „Blackout Tuesday“ : „Ganz ehrlich: Die Aktion schadet“

  • -Aktualisiert am

Demonstration in Oxford: „Wir nutzen das Hashtag, um die Leute auf dem Laufenden zu halten.“ Bild: dpa

Am „Blackout Tuesday“ wollten viele Nutzer in den sozialen Medien ein Zeichen gegen Polizeigewalt und Rassismus setzen. Die Aktion hat wohl mehr geschadet als genutzt.

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          Der Versuch der amerikanischen Musikindustrie, mit der Kampagne „Blackout Tuesday“ ein Zeichen gegen Polizeigewalt und Rassismus zu setzen, hat wohl mehr geschadet als genutzt. Da viele Amerikaner die symbolischen schwarzen Quadrate am Dienstag unter dem Hashtag der Bewegung #BlackLivesMatter in sozialen Medien hochluden, blockierten sie den Informationsfluss über Protestmärsche und Kundgebungen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd.

          „Uns ist bewusst, dass niemand vorhat, etwas Böses zu tun, aber ganz ehrlich: Die Aktion schadet. Wir nutzen das Hashtag, um die Leute auf dem Laufenden zu halten“, twitterte Kenidra Woods, Gründerin der Studentenbewegung „Hope for Humanity“. „Kann mir jemand verraten, wie schwarze Quadrate, die wichtige Informationen überdecken, Schwarzen helfen sollen?“, fragte der Autor Anthony James Williams.

          Die Kampagne „Blackout Tuesday“ war vor einigen Tagen durch Labels wie Atlantic Records und Platoon angeregt worden, um nach Floyds Tod den Beitrag afroamerikanischer Musiker zur Unterhaltungsbranche zu würdigen. Die Initiatorinnen veröffentlichten auch eine Liste mit Buchtiteln und Zeitungsartikeln, die „weißen Menschen und Eltern“ helfen sollen, gegen Rassismus vorzugehen. Viele Unternehmen und Künstler der Musikindustrie waren dem Aufruf am Dienstag gefolgt. Prominente wie Lana Del Rey, Drake und Rihanna posteten auch bei Instagram schwarze Quadrate – und Millionen Nutzer machten es ihnen nach.

          Die Schauspielerin Emma Watson („Harry Potter“) zog trotz des wohlgemeinten Symbols gegen Rassismus den Spott vieler Nutzer auf sich. Da die 30 Jahre alte Britin das Quadrat mit einem weißen Rahmen schmückte, warfen sie ihr vor, die Ästhetik ihres Instagram-Auftritts über den Einsatz gegen Ungerechtigkeit zu stellen.

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