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Auktionshaus Sotheby’s : 18,9 Millionen für eine Goldmünze

Sammlerstück von Weitzman auf einer Auktion: Die Doppeladler-Münze Bild: AFP

Als Kind hatte Designer Stuart Weitzman davon geträumt, einmal die teuersten Briefmarken und die teuerste Münze der Welt zu besitzen. Nun ließ er die Pretiosen wieder versteigern – und erzielte in einem Fall sogar ein höheres Gebot als erwartet.

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          Der Großvater von Königin Elisabeth II., Georg V., hatte 1922 genauso wenig eine Chance wie angeblich noch zwei weitere gekrönte Häupter. Sie alle wollten die Marke unbedingt haben, wurden am Ende aber von dem amerikanischen Textilindustriellen Arthur Hind überboten. Er erwarb die „British Guiana 1¢ magenta“ für 36.000 Dollar – was umgerechnet heute etwa 600.000 Dollar entspräche. Bei der Auktion war die Sammlung des einst wohl berühmtesten Philatelisten der Welt, Philipp von Ferrary, zwangsversteigert worden. Der Franzose Ferrary, 1917 gestorben, hatte seine Marken dem Reichspostmuseum in Berlin vermacht, doch die Sammlung wurde von der französischen Regierung beschlagnahmt und nach dem Ersten Weltkrieg als „Feindesgut“ bei der Ferrary-Auktion in alle Welt verstreut.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Seither wechselte die berühmte Marke, hinter der auch Donald Duck vor 70 Jahren in einem Comic her war, mehrfach den Besitzer. Zuletzt wurde das so unscheinbare wie einzigartige Stückchen Papier 2014 bei Sotheby’s in New York versteigert. Es dauerte ein paar Monate, bis herauskam, wer knapp 9,8 Millionen Dollar für das Postwertzeichen bezahlt hatte: Stuart Weitzman. Der amerikanische Schuhdesigner träumte schon als Kind davon, einmal die teuersten Briefmarken der Welt zu besitzen und dazu noch die teuerste Münze.

          Stuart Weitzman gründete 1986 seine eigene Marke, die gehobenes, modisches Schuhwerk zum Bruchteil der Preise der Konkurrenz verkaufte.
          Stuart Weitzman gründete 1986 seine eigene Marke, die gehobenes, modisches Schuhwerk zum Bruchteil der Preise der Konkurrenz verkaufte. : Bild: Picture-Alliance

          Das ist ihm gelungen: Neben der „British Guiana 1c magenta“ besaß er auch einen Block aus vier Marken der „Inverted Jenny“, eines Fehldrucks aus dem Jahr 1918, bei dem das Flugzeug mit Namen Jenny auf dem Kopf steht, sowie den „St. Gaudens Double Eagle“ von 1933. Die 20-Dollar-Goldmünze dürfte es gar nicht geben, da die Doppeladler dieses Jahrgangs aufgrund des damaligen Verbots in den Vereinigten Staaten, Gold zu besitzen, eingeschmolzen werden sollten. Einer der Münzbeamten behielt aber einige wenige für sich, was ihren großen Wert erklärt.

          Die begehrteste Briefmarke der Welt 

          Genau das ist auch das Besondere an der „British Guiana 1c magenta“ von 1856: Es gibt nur ein bekanntes Exemplar auf magentafarbenem Papier, das ein Schiff zeigt und die lateinische Inschrift „Damus Petimus Que Vicissim“ (deutsch „Wir geben und nehmen im Wechsel“). Weitzman, der in wenigen Wochen 80 Jahre alt wird und seine nach ihm benannte Modemarke schon 2017 in jüngere Hände abgab, ließ die begehrteste Briefmarke der Welt die vergangenen Jahre im Nationalen Postmuseum in Washington ausstellen. Nun ließ er sie am Dienstag wieder bei Sotheby’s in New York versteigern. Jede einzelne der Pretiosen sei schon ein Star, „zusammen sind sie eine Galaxie“, ließ das Auktionshaus zuvor wissen.

          Klein, aber kostbar: Laut Sotheby’s sei jede einzelne der Pretiosen ein Star, „zusammen sind sie eine Galaxie“.
          Klein, aber kostbar: Laut Sotheby’s sei jede einzelne der Pretiosen ein Star, „zusammen sind sie eine Galaxie“. : Bild: dpa

          Die Schätzwerte für die Ein-Cent-Marke und die Goldmünze lagen bei jeweils zehn bis 15 Millionen Dollar, der Wert des Vierer-Blocks wurde im Vorfeld mit fünf bis sieben Millionen Dollar angegeben. Die Münze überstieg den geschätzten Wert und erbrachte 18.872.250 Dollar, die auf dem Kopf stehenden Jennys erzielten 4.860.000 Dollar, die „British Guiana“ 8.307.000 Dollar. Unklar war zunächst, wer die Stücke ersteigert hatte. Nur einen einzigen Besitzer wie zuletzt dürften sie wohl nie wieder haben.

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