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Adele ist zurück : Wenn du jemals ein  gebrochenes Herz hattest ...

Es geht dabei aber nicht nur um künstlerische Fragen, sondern auch um persönliche Selbstbestimmung. Wenn der Fall Britney Spears eins gezeigt hat, dann unser generelles Unvermögen, hinter dem schillernden Popstar-Produkt, das in der Öffentlichkeit verkauft und angepriesen wird, den Menschen zu erkennen. Dass die Frau, die da tanzt und gut aussieht und gut singt, tatsächlich nur mit viel Disziplin und Talent so viel erreicht. Und dass die Frau eben eine Frau ist, auch wenn ihr Name längst eine Marke geworden ist. Diese Form der Selbstbestimmung können sich gerade weibliche Popstars oft erst dann herausnehmen, wenn sie schon sehr, sehr erfolgreich sind. Auch von Beyoncé zum Beispiel hat es lange keine neue Musik gegeben. Und das liegt sicher nicht nur am Druck, ihr bisher nahezu makelloses Werk nicht mit schlechterer oder weniger erfolgreicher Kunst zu schänden.

Nun also Adele, die sich für ihre letzten Alben stets ein wenig mehr Zeit gelassen hat, um dann mit der nächsten Power­ballade um die Ecke zu kommen. Was macht sie, die lange nicht dem typischen Bild des hypersexualisierten Popstars entsprach, so erfolgreich? Zum einen genau das: Adele war immer eine gute Identifikationsfigur für die moderne Frau – lustig, schlagfertig, gängige Konfektionsgröße, very down to earth.

Doch auch ihre Musik, besonders ihr Talent dafür, ein Gefühl oder eine Situation in einen Song zu packen, der sich unweigerlich aufs eigene Leben übertragen lässt, sich direkt in die Seele bohrt, macht sie zu einer Projektionsfläche und schlussendlich zum Weltstar. Der Moderator James Corden hat es einmal treffend formuliert: „Es gibt kaum ein vergleichbares Gefühl: Du hörst einen Song von jemandem, den du nicht kennst, den du nie getroffen hast, der es aber irgendwie geschafft hat, ganz genau zu beschreiben, wie du dich in einem bestimmten Moment in deinem Leben gefühlt hast. Wenn du jemals ein gebrochenes Herz hattest – du wirst dich jetzt daran erinnern.“

„Go eaaaaasy on me“

Damals sang Adele davon, dass sie eines Tages jemand Neuen kennenlernen würde. Heute besingt sie ihre Trennung, und sie singt für ihren Sohn: Das ganze Album habe sie ihrem Sohn gewidmet, sagte sie der BBC. Und es gehe eben auch um Streit, um schwierige Situationen „mit dem Vater meines Sohnes“. „There ain’t no gold in this river / That I’ve been wash­ing my hands in forever / I know there is hope in these waters / But I can’t bring myself to swim“, heißt es in „Easy On Me“. Eine Popballade à la Adele, also: viiiiel Klavier, viiiiel Gefühl und vor allem viiiiel von dieser einzigartigen Stimme, die einen viiiiel zu eingängigen Refrain singt, den wohl bald die halbe Welt im Auto oder unter der Dusche mitträllern wird: „Go eeeeeeaaaaaasy on me“.

Und auch das ist etwas, das Adele auszeichnet: Sie ist die Große-Balladen-Sängerin unserer Zeit. Und die Große-Balladen-Schreiberin sowieso. Mit einer Stimme mit so viel Tiefe und Wärme, dass sowieso jeder Song, den sie singt, zum Hit werden würde.

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