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Die nächste Bedrohung

Auf was für Krankheiten wir uns noch gefasst machen müssen

Heute drohen dem Wanderer Gefahren, an die Caspar David Friedrich bei seinem „Wanderer über dem Nebelmeer“ noch nicht denken musste.
Heute drohen dem Wanderer Gefahren, an die Caspar David Friedrich bei seinem „Wanderer über dem Nebelmeer“ noch nicht denken musste. Illustration: Chris Bjornberg / Science Photo Library


Dank Klimawandel und globalem Handel fühlen sich neuerdings auch bei uns exotische Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze und Würmer zunehmend wohl – und bringen uns Krankheiten, die wir bislang bloß aus dem Fernsehen kannten. Ein Überblick – nicht nur für Hypochonder – über mögliche zukünftige Gefahrenquellen in heimischen Gefilden.

9. Juli 2020
Text: IVO GOETZ

Man muss keinen besonders ausgeprägten Hang zur Hypochondrie haben, um sich anlässlich der aktuellen Krise noch einmal die grundsätzlichen, teilweise lebensgefährlichen Gefahren zu vergegenwärtigen, die uns Menschen theoretisch jederzeit aus der Natur drohen. In der mikroskopischen Nahaufnahme zeigt sich dabei eine hinterhältige, bösartige Welt von zumeist unsichtbaren Feinden, die uns auf vielfältigste Art mit ihren Protein-Stacheln, Hakenkrallen, Beißwerkzeugen, Sporen, Geißeln und Saugnäpfen das Leben schwermachen wollen. 

Es sind Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze, Prionen und Würmer, die Krankheiten auslösen und uns sogar töten können. Manche dieser Mikroben haben ein eigenes Leben, einen Stoffwechsel, wie etwa Bakterien. Andere, wie das gerade wütende Sars-CoV- 2-Coronavirus, sind auf einen Wirt angewiesen, von dem sie sich ernähren und Energie für die Vermehrung abzapfen. Sie schleusen ihre Erbinformation, die DNA, in unsere Zellen ein und vervielfältigen sie dort.

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Pilze etwa dringen als federleichte, hochgiftige Schwaden in unsere Lungen oder suchen ihren Weg über kleine Hautverletzungen in unsere Körper, Würmer können unser Gehirn angreifen, und einige Bakterien werden sogar als fleischfressend bezeichnet. Manche Mikroben agieren zwar sehr effektiv, aber recht plump, und bringen uns einfach um – wie das Ebolavirus, das nur wenige überleben. Immerhin gibt es dagegen zumindest seit einigen Monaten einen ersten vielversprechenden Impfstoff. Andere Viren, wie die grippeauslösenden Influenzaviren, wollen sich möglichst weit verbreiten und belästigen uns nur so weit, dass wir noch in der Lage sind, viele andere Menschen zu infizieren. 

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