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Weltumsegler im Interview : Wie verlogen ist der Schutz der Ozeane, Boris Herrmann?

Boris Herrmann an Bord der Yacht „Seaexplorer“, mit der er an der „Vendée Globe“-Regatta teilnahm. Bild: © Pierre Bouras / Team Malizia

Als erster Deutscher segelte Boris Herrmann bei der „Vendée Globe“ allein um die Welt. Im Interview spricht er über Erkenntnisse für die Wissenschaft, Ozeane als schlafende Riesen – und die Ignoranz der Menschen gegenüber den Meeren.

          6 Min.

          80 Tage und mehr als 45.000 Kilometer allein auf der Yacht: Anfang 2021 segelte Boris Herrmann als erster Deutscher überhaupt im Rahmen der Regatta „Vendée Globe“ einmal um die Welt. Der 40 Jahre alte Hamburger erlebte auf seiner Reise über die Ozeane extremste Wetterbedingungen und war heftigen Stürmen, eisiger Kälte und tagelanger Hitze ausgesetzt. Mit an Bord hatte der Vater einer kleinen Tochter eine 17 Kilogramm schwere Box, die Temperatur, Salzgehalt und CO₂- Sättigung des Meerwassers gemessen hat. Herrmann liegt der Schutz des Klimas und der Ozeane am Herzen. Er segelte bereits mit Aktivistin Greta Thunberg über den Atlantik und lief bei Fridays for Future mit. 2022 und 2024 will er im Zuge von „Ocean Race“ und „Vendée Globe“ mit einem neuen Boot wieder die Welt umrunden – und weiter Daten für die Wissenschaft sammeln.

          Sebastian Reuter
          Leitender Redakteur vom Dienst.

          Herr Herrmann, Sie haben auf Ihrer Reise um die Welt unter anderem das Kieler Meeresforschungsinstitut Geomar und das Hamburger Max-Planck-Institut mit Daten von Orten versorgt, zu denen kaum ein Mensch auf der Welt je Zugang hatte. Sogar für den jüngsten IPCC-Report des Weltklimarats wurde auf Ihre Daten zurückgegriffen.

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