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Quarterly Talk : „Wir haben gehungert“

Bild: F.A.Z.

Was bedeutet es wirklich, heute in Deutschland arm zu sein? Wie stark bestimmt die Herkunft immer noch die Aufstiegschancen? Was halten Arme von Identitätspolitik? Ein Video-Interview mit dem Bestseller-Autor Christian Baron.

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          Als Kind kratzte Christian Baron in den neunziger Jahren zu Hause in Kaiserslautern manchmal den Schimmel von den Wänden, um überhaupt etwas zu essen zu haben: Es leben hierzulande manche Menschen in einer Art von Armut, die es nach allgemeiner Auffassung so eigentlich gar nicht geben dürfte. Der Aspekt der „Klasse“, der sozialen Schicht, aus der man stammt, und der „Klassismus“, die Ausgrenzung und Benachteiligung aufgrund der Herkunft, werden in der Gesellschaft wieder verstärkt diskutiert.

          Rainer Schmidt
          Verantwortlicher Redakteur Frankfurter Allgemeine Quarterly.

          Der Schriftsteller und Journalist Christian Baron ist ein unfreiwilliger Experte des Themas: Über seine Jugend mit einem alkoholkranken und gewalttätigen Vater, dessen Einkommen hinten und vorne nicht für die Familie reichte, hat er den Bestseller „Ein Mann seiner Klasse“ geschrieben. Kürzlich hat er als Co-Herausgeber die Anthologie „Klasse und Kampf“ veröffentlicht, in der vierzehn Literaten wie Clemens Meyer oder Lucy Fricke in sehr persönlichen Erzählungen ihre früheren Leben am unteren der sozialen Skala beschreiben.

          Wieso empfinden jene, die in Armut leben, zugleich immer so eine große Scham? Warum fühlen sich auch die, die den Verhältnissen entkommen, ihr Leben lang wie Hochstapler, die jeden Moment entlarvt werden könnten? Und was halten Menschen mit existenziellen materiellen Problemen von Linken, die sich lieber um Identitätspolitik als um soziale Fragen zu kümmern scheinen?

          Darüber reden wir ausführlich mit Christian Baron in dieser Folge von „Quarterly Talk“, der neuen Videogesprächsreihe unseres vierteljährlichen Zukunftsmagazins „Frankfurter Allgemeine Quarterly“. 

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