https://www.faz.net/-hrx-adgup

Quarterly Talk : Warum ignoriert die Politik die Jugend so sehr?

In dieser Lebensphase warten an jeder Ecke epochale Chancen: Jugendliche beim Hurricane Festival im Juni 2016 Bild: Picture-Alliance

Politik und Gesellschaft haben die Bedürfnisse der Jugendlichen in der Pandemie mehrheitlich ignoriert. Warum? Und was heißt das für die Zukunft des Landes? Eine Video-Diskussion mit Spitzenvertretern der Jungen Union, Grünen Jugend und Jusos.

          2 Min.

          Wenn man jung ist, hat man manchmal den Eindruck, in einem Jahr kann sich soviel Erlebnis- und Erfahrungskapital ansammeln wie für andere nur in einem Jahrzehnt. Das eine grandiose Konzert, die eine unverhoffte Begegnung, die eine ungeplante Party – und plötzlich steht das ganze Leben Kopf, alles kann für immer anders sein. Und morgen vielleicht schon wieder. Denn in diesem Alter scheinen an jeder Ecke epochale Chancen und lebensverändernde Momente zu warten. Alles ist wichtig, alles ist entscheidend. Wenn nicht gerade Pandemie ist: Dann herrscht das große Nichts – verlorene Zeit, die einem niemand ersetzen kann. 

          Rainer Schmidt
          Verantwortlicher Redakteur Frankfurter Allgemeine Quarterly.

          Man könnte also getrost behaupten, dass Jugendliche in den vergangenen eineinhalb Jahren besonders intensiv unter den Begleitumständen von Corona gelitten haben, obwohl sie selbst in weitaus geringerem Maße von dem Virus bedroht waren als der Rest der Gesellschaft. Die meisten von ihnen haben das recht diszipliniert, tapfer und solidarisch ertragen.

          Heftige Kritik und große Ignoranz

          Der Dank dafür? Heftige Kritik, falls dann doch mal jemand zu feiern wagte. Lange Zeit große Ignoranz, als es um ihre Bildungsbedürfnisse oder Einsamkeit ging. Und bei den Diskussionen um (Impf-) Perspektiven aus der Corona-Krise spielten sie auch lange keine große Rolle. Doch der große Proteststurm gegen diese Vernachlässigung blieb aus. Warum eigentlich?

          Wieso konnten die Jüngeren ihre Interessen während der Krise nicht stark genug artikulieren? Und was für Perspektiven für Veränderungen sehen die Nachwachsenden nach diesen Erfahrungen überhaupt in einer Gesellschaft, in der die Wähler über 50 schon bald die große Mehrheit stellen?

          Diese Fragen haben wir mit Anna Peters, Bundessprecherin der Grünen Jugend, Pascal Reddig, stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Union, und Philipp Türmer, stellvertretender Bundesvorsitzender der Jusos, in „Quarterly Talk“ erörtert, der neuen Videogesprächsreihe unseres Zukunftsmagazins „Frankfurter Allgemeine Quarterly“.

          Anna Peters sagt: „Wir brauchen Politikerinnen und Politiker, die auf uns zugehen.“ – aber auch: „Ich halte nichts davon, Generationenkonflikte weiter hochzujazzen.“ Philipp Türmer sagt: „Ich glaube, in dieser Krise sind die Jugendlichen hinten runtergefallen.“ Das sei aber eher der Nebeneffekt einer falschen politischen Prioritätensetzung insgesamt gewesen. Pascal Reddig findet auch, dass viele Entscheidungen in der Pandemie zulasten der Jungen getroffen worden sind. Aber er glaubt an die Kraft von innen. In der Klimapolitik sei das ganz gut gelungen. „Es kann schon was bewegen, wenn junge Menschen  sich für ein Thema einsetzen, auf die Straße gehen und ein ganzes Land vorantreiben können.“

          Weitere Themen

          Hört ihr die Stimmen nicht?

          Schwarzwald-„Tatort“ : Hört ihr die Stimmen nicht?

          Zu Weihnachten 2018 lief der „Tatort: Damian“ zum ersten Mal. Er handelt von seelischer Überforderung und einem jungen Mann, der mit einem schizophrenen Schub kämpft. Unsere Rezensentin weiß, ob sich die Wiederholung lohnt.

          Drei deutsche Kurstädte ausgezeichnet Video-Seite öffnen

          Unesco-Welterbe : Drei deutsche Kurstädte ausgezeichnet

          Die deutschen Kurstädte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen sind in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen worden – neben Kurstädten in weiteren Ländern Europas. Auch die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt schaffte es neu auf die Liste.

          Topmeldungen

          Der Finanzminister nutzt die Bühnen, die sich ihm bieten: Anfang Juli posierte Olaf Scholz vor dem Kapitol in ­Washington.

          Kanzlerkandidat Scholz : Der Mann mit dem Geld

          Schon viele Finanzminister wollten Kanzler werden. Geklappt hat es erst einmal. Ganz abwegig erscheint es nicht mehr, dass Olaf Scholz es schaffen könnte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.