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Erotikindustrie in Japan : Wer will noch Sex in alternden Gesellschaften?

  • -Aktualisiert am

Neue Erotik-Bedürfnisse: Demographie und Wirtschaftslage verändern die älteste und größte Sexindustrie der Welt radikal. Bild: Illustration: Toni Halonen

In Japan schwindet das Interesse an normalem Sex. Die Alten sind zu alt, die Jungen zu erschöpft. Die Sexindustrie reagiert darauf mit neuen Angeboten.

          5 Min.

          Jedes Land hat irgendeine Art der Erotikindustrie, die japanische aber unterscheidet sich von allen anderen: Sie ist älter, geachteter und deutlich größer. Schon im 15. Jahrhundert kamen Chinesen und Koreaner, um sich auf Japans Inseln in den Bordellen zu vergnügen; Tokios Unterhaltungsviertel Yoshiwara feierte gerade: den 400. Geburtstag.

          Derart akzeptiert ist Prostitution, dass 20 bis 40 Prozent der japanischen Männer angeben, schon einmal für Sex bezahlt zu haben. Viele der Etablissements sind nicht registriert, und die Yakuza, die organisierte Kriminalität des Landes, kontrollieren einen Gutteil des Marktes, so dass unklar bleibt, wie viel die Branche wirklich umsetzt; Ökonomen schätzen jedoch, sie könnte zwei bis drei Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beitragen – doppelt so viel wie die japanische Landwirtschaft.

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