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Ciani-Sophia Hoeder : Wie politisch können Haare sein?

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Welche Frau inspiriert und bestärkt Sie?

Mit Nana Addison tausche ich mich oft und sehr gerne aus. Sie hat eine Messe für „Afro Lifestyle, Hair & Beauty“ geschaffen, die „Curl Con“, um die Community zu vernetzen und kennenzulernen. Sie setzt sich dafür ein, dass es ein klares Bild davon gibt, wie viele Schwarze in Deutschland leben. Laut Verbänden und Medienberichten sind es 800 000, vielleicht eine Million. Ist doch erstaunlich, dass es keine genauen Angaben gibt, während man nachschauen kann, wie viele ADAC-Mitglieder es gibt.

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Inzwischen wird die Onlineerhebung Afrozensus durchgeführt: eine quantitative und teilweise qualitative Befragung, an der alle Personen in Deutschland teilnehmen können, die sich zur afrodeutschen oder schwarzen Community zugehörig fühlen.

Ja, das Projekt wird vom Berliner Verein „Each One Teach One“ in Zusammenarbeit mit „Citizens For Europe“ und „Vielfalt entscheidet – Diversity in Leadership“ durchgeführt. Von diesen Erkenntnissen profitiert die ganze Gesellschaft, man legt den Grundstein, die Lebensrealitäten von anderen besser zu verstehen. Die Zahlen sind wichtig, um sich im nächsten Schritt damit zu beschäftigen, wie viele Menschen hier von Rassismus betroffen sind und dass Rassismus ein grundsätzliches gesellschaftliches Problem ist. Wichtig ist dann im nächsten Schritt zu verdeutlichen, wie unterschiedlich Diskriminierungserfahrungen sind. Mir ging es zum Beispiel oft so, dass Menschen – zum Teil sicher in guter Absicht – auf mich zukamen und mit mir über kulturelle Aneignung sprechen wollten. Damit macht man mich aber zur Stellvertreterin. Das ist so, als würde ich Sie, weil Sie weiß sind, als Stellvertreterin zu einem Phänomen befragen, das sich bei Horst Seehofer beobachten lässt. Ich denke, dass es auch nur begrenzt sinnvoll ist, über persönliche Rassismus-Erfahrungen zu sprechen.

Warum?

Solche Geschichten helfen, um auf Rassismus aufmerksam zu machen. Aber wichtig ist, auf strukturelle Probleme hinzuweisen und dafür zu sensibilisieren. Berichte, die sehr betroffen machen, gibt es immer wieder, aber zu wenige über Alltagsrassismus und institutionalisierten Rassismus.

Das Onlinemagazin RosaMag ist das erste im deutschsprachigen Raum, das sich an schwarze FLINTA*s richtet (Frauen, Lesben, Inter-, Nichtbinäre-, Trans- und Agender-Menschen). Benannt hat es Gründerin Ciani-Sophia Hoeder nach der US-Bürgerrechtlerin Rosa Parks. Das Magazin berichtet seit drei Jahren neben Lifestyle auch über Popkultur, Feminismus, Politik und über Schwarze, die unser öffentliches Leben prägen. Ciani-Sophia Hoeder studierte in Berlin und London, arbeitete in einer PR-Agentur und für eine NGO.

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