https://www.faz.net/-hrx-9ije7

Schauspielerin Joanna Kulig : Gibt Hollywood dieser Frau eine echte Chance?

  • -Aktualisiert am

In Polen ein Star – in Hollywood bald vielleicht auch: Joanna Kulig als Sängerin Zuza im Film „Cold War“. Bild: AP

Lässig, kess und übermütig: Joanna Kulig gilt als neue Jeanne Moreau oder zweite Jennifer Lawrence. Die Polin steht kurz vor dem Sprung nach Hollywood. Dabei wollte sie eigentlich nie Schauspielerin werden.

          4 Min.

          Ein Liebespaar auf einer Party in Paris, irgendwann in den 1950er Jahren. Flirrende Jazzmusik, tanzende Körper, das alles in schönen, schwarzweißen, fast quadratischen Bildern, so atmosphärisch und einnehmend, dass man sich beim Zusehen sofort von der Menge mitgetragen fühlt. Das Paar, dem man dabei folgt, sind Zula (Joanna Kulig) und Wiktor (Tomasz Kot). Er ist eine imposante Mischung aus Don Draper und Gregory Peck, sie verführerisch und ungreifbar wie Marilyn Monroe oder Jeanne Moreau (zu Moreau gleich noch mehr). Zula und Wiktor sind polnische Musiker im Pariser Exil. Es ist die Zeit des Kalten Krieges. Es ist kompliziert.

          Das eindrücklichste an dieser Szene ist aber ein Satz, ganz zu Beginn. Wiktor stellt Zula seinem Freund Michel vor, der ihnen beruflich nützlich sein könnte, doch Zula ist nicht an einem Gespräch interessiert. Also verabschiedet sie sich rasch, holt sich einen Drink und geht geradewegs auf Wiktors französische Geliebte Juliette (Jeanne Balibar) zu, um ihr die Meinung zu sagen. Die Übersetzung, die Juliette von den polnischen Volksliedern angefertigt hat, die Zula singt, gefällt ihr überhaupt nicht. Und während Zula sich der Rivalin gegenüber glänzend schlägt, sagt Michel zu Wiktor: „Elle a du caractère!“, „Sie hat Charakter!“

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Sicher ist sicher: Wenn nicht immer genug Abstand gehalten werden kann, empfiehlt es sich, die Maske auch im Büro zu tragen.

          Corona am Arbeitsplatz : „Tröpfchen fliegen bis zu 20 Meter weit“

          Nicht jeder kann sich vor der Pandemie ins Homeoffice flüchten. Der Arbeitsmediziner David Groneberg erklärt, wie groß die Corona-Gefahr im Büro ist, welches Raumklima die Viren mögen und was man alles noch nicht weiß.
          Polizisten in Essen kontrollieren den Mercedes zweier junger Männer.

          Forscher im Interview : „Mit Demokratie kommen Clans nicht gut zurecht“

          Früher dachte man bei Clans an schottische Hochlandbewohner, die einander die Köpfe einschlagen. Heute denkt man an Drogenhandel und Schweigegelübde. Ein Interview mit Clan-Forscher Ralph Ghadban, der sagt: „Junge Frauen spielen eine entscheidende Rolle“.