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E-Sport statt Fußball : Erobert Gaming als Profisport jetzt weltweit die Massen?

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Futuristische Bühne, Tausende Zuschauer – das Finale der „Overwatch League“ im Juli in New York. Bild: Getty

Bundesligastadien und „Sportschau“ finden alle normal, Ligen und Liveberichte bei Computerspielen gelten noch als Novum. Aber der Vorsprung der traditionellen Sportarten schmilzt rasant. Einige E-Sportler träumen schon von Olympia.

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          Manchmal füllt ein Spiel ein Leben völlig aus. Die Spieler wollen nur noch üben, Taktiken studieren, an Techniken feilen, besser und besser werden – und irgendwann spielen sie als Profis für Geld vor Publikum. Das ist im Fußball oder Handball so – und bei Computerspielen. Bundesligastadien und „Sportschau“ finden alle normal, Ligabetrieb und Liveberichterstattung bei Computerspielen gelten noch als Novum. Aber den Vorsprung der traditionellen Sportarten holen die E-Sportler derzeit rasant auf. Einige träumen von einer Olympiateilnahme, andere von einem professionellen Spielbetrieb, der aus dem Schatten von Fußball, Football und Basketball tritt. Der Spielegigant Blizzard Entertainment will jetzt eine eigene weltweite Liga erschaffen. Die Ambitionen sind groß.

          Das kalifornische Unternehmen hat dafür 2016 extra ein neues Spiel herausgebracht: „Overwatch“. Keine Revolution, aber ein gefälliges Game aus dem Genre der in der Öffentlichkeit umstrittenen, bei Spielern aber beliebten Ego-Shooter, bei dem die Beteiligten ihre digitalen „Feinde“ ausschalten müssen. Zwei Teams aus je sechs Spielern treten gegeneinander an, 28 Phantasiecharaktere stehen zur Auswahl. Gorilla im Weltraumanzug trifft auf Robotermönch, mexikanische Hackerin oder deutschen Ritter. Laserstrahlen zischen durch die Luft, Bomben explodieren, magische Drachen wüten. Die Partie endet, wenn ein definiertes Ziel, wie die Eroberung eines Ortes oder die Verteidigung eines Konvois, erreicht wurde.

          Profis trainieren acht bis zehn Stunden täglich

          „Overwatch“ ist sehr schnell, man muss gleichzeitig seine Figur durch ein dreidimensionales Spielfeld navigieren, die Blickrichtung entgegen der Bewegungsrichtung ändern, ein neues Ziel anvisieren, Abwehrmaßnahmen des Gegners antizipieren und eigene Mitspieler im Auge behalten. Die Anforderungen an Hand-Auge-Koordination, Spielübersicht und taktisches Verständnis sind hoch. Profis trainieren acht bis zehn Stunden täglich. Sechs Stunden üben Teams Spielzüge, die die Abseitsfalle im Fußball wie Elefantenballett wirken lässt. Zwei bis vier Stunden verbessern die Spieler ihre „mechanics“, die Fähigkeiten zur Steuerung aller Figuren per Tastatur und Maus. Dazu prägen sie sich die vielen Grundrisse der Spielwelten ein und verinnerlichen ideale Angriffs- und Verteidigungspositionen. In einer Partie muss dieses Wissen ohne Verzögerung abrufbereit sein.

          Bereits 40 Millionen Menschen weltweit spielen „Overwatch“, die besten europäischen Spieler trafen sich im Spätsommer in Paris zur europäischen Vorrunde des World Cup im Espace Grande Arche, einer unterirdischen Veranstaltungshalle. Hier saßen die Teams auf der futuristischen Bühne, den Blick starr auf den Monitor gerichtet, Kopfhörer auf den Ohren. Das Spielgeschehen wurde für das Publikum auf Leinwände projiziert. In der Halle kommentierten drei französische Experten live, die Übertragungen in den Rest der Welt erfolgten in diversen Sprachen. Die Kommentatoren müssen umfangreiche Spielpraxis und eine schnelle Auffassungsgabe haben, um den Manövern, Haken und Tricks der zwölf Spieler folgen zu können. Für ungeübte Beobachter ist das Gewusel fast unverständlich.

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