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Was anziehen im Herbst? : Schicht für Schicht wie eine Zwiebel

So deutsch, so praktisch, so krisensicher: die lange Unterhose könnte dank Corona ein Revival haben Bild: dpa

Die Pandemie wird auch unsere Kleidungsgewohnheiten umkrempeln: Wenn der Herbst kommt und Innenräume weiterhin tabu sind, dann müssen wir uns etwas einfallen lassen. Mit vier Schichten ist man gerüstet.

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          Die Deutschen und Funktionskleidung, was will man sagen: pure Hassliebe. Kein Bekleidungsgenre steht so sehr für uns wie dieses. Softshell, Hardshell, Fleecepullover und Luxus-parkas, die winters das Bild in den besseren Vierteln prägen, zeigen, worauf es uns ankommt. Selbst ein Sprichwort hält die deutsche Sprache für Kleider von der extrem praktischen, nur leider nicht hübsch anzuschauenden Sorte bereit: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur... Dem Ruf dieser angeblich besseren Kleidung hat das bislang nicht geholfen.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Corona-Herbst könnte das ändern, denn wenn man in wenigen Wochen noch halbwegs gesellig sein will, dann läuft gerade alles hinaus auf Zwiebellook als großen Herbsttrend. Was gar nicht mal so abwegig ist, wie das Beispiel Birkenstock zeigt, das heilige Fußbett deutscher Aktivurlauber, nur leider lange Zeit für alle anderen in ästhetischer Hinsicht indiskutabel. Bis die Sommer heißer wurden und die Sandale bei 30 Grad plus betrachtet dem Rest der Welt dann doch nicht mehr so übel erschien.

          Auf den Kopf kommt es an

          Modisch könnte ein Teil von uns also seit Jahren auf den Pandemie-Herbst vorbereitet sein. Alle anderen schauen sich dann mal bei Globetrotter um, auch wenn es schwerfällt, denn das Angebot dort weckt eher Sehnsucht nach Trekking in Patagonien als nach Terrassen-Bierchen in Paderborn. Aus Outdoor-Bekleidung wird Urban-Outdoor, wobei es, bevor es um die Frage geht, was man darüber zieht, zunächst um das Darunter gehen muss, um lange Unterwäsche. So steht es in Packlisten für Polarexpeditionen, die Menschen, die schnell frösteln, durchaus als Richtwert nehmen können, wenn sie dem Corona-Sommer-Hobby Radfahren auch im Herbst nachgehen. Oder wenn sie sich noch Mitte November bei offenem Fenster konzentrieren sollen. Mit vier Schichten ist man gerüstet. Von unten nach oben:

          1. Funktionswäsche (Merinowolle!).

          2. Fleecepullover.

          3. Softshelljacke, gegen den Wind.

          4. Hardshelljacke gegen die Kälte.

          Alternativen: Daunenjacken, die sich im Bündel transportieren lassen, von Uniqlo. Beheizbare Modelle von Ralph Lauren. Fleeceteile in der umweltschonenderen Variante von Vaude aus Holzfasern.

          Bleibt die Frage der Mütze auf dem Kopf, dem angeblichen Hotspot in Sachen Wärmeverlust des Körpers. Das konnten Forscher vor einigen Jahren bedingt widerlegen. Allerdings gilt noch immer: Ist einzig der Kopf ungeschützt, bringen die vier Lagen von der Schulter abwärts nicht viel.

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