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Altmodische Hotels : Zu Gast im Gestern

  • -Aktualisiert am

Verbindung zur Gegenwart: In Michael Pfundts Pension gibt es noch Telefone mit Wählscheibe – aber auch W-Lan. Bild: Daniel Pilar

In Großstädten boomen die Hotelketten. Pensionen aber setzen unverdrossen auf den Charme von Ornamenttapete und Etagentoilette. Wen zieht das an? Und wie wohnt es sich da?

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          Meine Nacht in der Mädchenkammer beginnt mit einer Enttäuschung. Sie besteht aus einer kryptischen Buchstaben-Zahlenkombination auf einem schmalen Streifen Papier und nennt sich W-Lan-Code. Okay, die Vorstellung, dass eine Pension in Berlin im Jahr 2018 ohne drahtloses Internet auskäme, mag vielleicht naiv gewesen sein; aber der Mensch denkt nun einmal gerne in Schubladen, und in meiner kamen Pensionen bislang prima ohne W-Lan aus. Immerhin steht auf dem Nachttisch ein formschönes Telefon mit Wählscheibe.

          Die Fasanenstraße liegt in Berlin-Charlottenburg, wo die Stadt reich und gediegen ist. Ein diskretes gelb-weißes Schild weckte während eines Samstagsspaziergangs meine Aufmerksamkeit: „Hotel-Pension Funk“ stand da auf Höhe einer prächtigen Gründerzeitfassade mit imposantem Marmoraufgang. Unter dem Messingklingelschild gab es eine Plastikbox mit Papierbroschüren. Die Hotel-Pension Funk war bis 1937 die Wohnung des Stummfilmstars Asta Nielsen, war da zu lesen; das Frühstück werde „in ihrem ehemaligen Salon“ eingenommen.

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