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Uniqlo-Gründer Tadashi Yanai : „Ändere dich – oder stirb“

Bund fürs Label: Tadashi Yanai mit Jil Sander, die für Uniqlo mehrere Kollektionen entwarf. Bild: AFP

Tadashi Yanai hat mit seinem Modekaufhaus Uniqlo die Märkte in Asien aufgemischt, jetzt zieht es ihn nach Deutschland. Was treibt diesen Mann?

          3 Min.

          Tadashi Yanai ist ein Mann, der auffällt. Ein Mann, der in der uniformierten japanischen Gesellschaft auch auffallen will. Einer, der ihn gut kennt, hat den 65 Jahre alten Chef und Mehrheitseigner der japanischen Modekette „Uniqlo“ kürzlich so beschrieben: „Unter all diesen in graue Anzüge gezwängten Managern der Japan AG fällt Yanai auf wie ein Beefsteak auf einer Sushiplatte.“ Das stimmt in vielerlei Hinsicht. Yanai trägt gerne die legere Kleidung, die er in seinen eigenen Kaufhäusern anbietet. Die wohlabgewogenen Worte, die Vorstandschefs japanischer Unternehmen bei öffentlichen Auftritten gerne von sich geben, sind seine Sache auch nicht. Yanai liebt es, Klartext zu sprechen. „Ändere dich oder stirb“, der Spruch hängt im Korridor vor seinem Büro in der Firmenzentrale in Tokio an der Wand.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Dieser Mann schickt sich nun an, mit seinem „unique clothing“ - dafür steht der Firmenname Uniqlo - den deutschen Markt zu erobern. Bis ins Detail soll sich der Chef in Tokio bisweilen für den Start in Deutschland interessiert und auch eingemischt haben, heißt es. Für Yanai ist es ein wichtiges Ereignis: An diesem Freitag eröffnet auf dem Berliner Tauentzien unweit der Gedächtniskirche die erste deutsche Uniqlo-Filiale. Mit 2700 Quadratmetern Verkaufsfläche ist das Geschäft in der deutschen Hauptstadt das Flaggschiff des Konzerns in Europa. Expansion ist für den Unternehmer Yanai Programm. „Wir wollen die Nummer eins in der Welt werden“, sagt er. Peek&Cloppenburg, Zara, H&M sind für ihn nicht nur Wettbewerber. Yanai sieht Geschäft auch als Krieg.

          „Andere japanische Unternehmen befürworten die Globalisierung, aber einige wollen an ihren konventionellen Geschäftspraktiken festhalten“, sagt er und fügt gleich hinzu, dass das nicht gehe. Die Nettigkeiten, die in der japanischen Geschäftswelt gerne ausgetauscht werden, taugten dafür nicht. „Jeder von uns muss das Konzept von ,Ändere dich oder stirb‘ annehmen, sonst gibt es keine Zukunft für uns.“ Sein kämpferischer Geist, Yanais Kritiker sprechen eher von Sturheit, hat den Mann mit seinem Mutterkonzern Fast Retailing, was so viel wie schnelles Verkaufen bedeutet, nicht nur zu einem der reichsten Japaner gemacht. Yanai gilt heute auch als einer der bekanntesten Unternehmensführer in dem ostasiatischen Land. Medien vergleichen ihn schon mit Akio Morita, dem charismatischen Chef des Elektrokonzerns Sony, der in den achtziger Jahren den Walkman auf den Markt brachte.

          Dass der Sohn eines Textilhändlers diesen Weg zu einer Ikone der Geschäftswelt schaffen würde, daran haben die Eltern lange Zeit nicht geglaubt. Obwohl er neben seinen beiden Schwestern als einziger Sohn quasi der geborene Nachfolger war, hat er sich für das väterliche Geschäft für Herrenanzüge in Yamaguchi nicht so recht interessiert. Wohlbehütet und in gesicherten Verhältnissen aufgewachsen, genoss der verwöhnte Junge lieber das Leben. Es heißt, sein Studium der Politik- und der Wirtschaftswissenschaft an der angesehenen Waseda-Universität in Tokio habe er eher in Pachinko-Spielhallen oder am Spieltisch zugebracht. Mit 23 trat er dann seinen ersten Job beim japanischen Einzelhändler Aeon an. Auch hier hielt sich die Arbeitslust des jungen Manns noch in engen Grenzen.

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