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Luxusboutiquen : Blütenrausch im Laden Eden

Roséfarbene Nelken, Eukalyptus- und Quittenzweige: Ausstattung bei Tiffany Bild: Andreas Müller

Der Frühling naht, und auch Luxusmarken erliegen dem Zauber der Blumen. Deshalb blüht es in vielen Stores, zum Beispiel an der Maximilianstraße in München. Die Auswahl der Pflanzen ist eine nähere Betrachtung wert.

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          In der Münchner Maximilianstraße reiht sich ein Luxusgeschäft ans nächste. Und vor fast jedem hält alle paar Tage ein Blumenlieferant. Zeit, einen genaueren Blick auf die Auswahl zu werfen.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Jennifer Wiebking und Fotograf Andreas Müller haben sich umgesehen und die Häuser gefragt, wer ihnen welche Blumen in den Laden liefert – und warum.

          Jeden Freitag neue Blumen

          Vor nicht allzu langer Zeit kam das römische Haus Fendi auf die Idee, die Orchidee zur Firmenblume zu machen. Einen ihrer wohl schönsten Auftritte hatte sie während der Frühjahrsschau: Karl Lagerfeld schnitzte das Muster förmlich in die Lederjacken ein. Auch in der Münchner Boutique stehen genug Orchideen, um die Markenbotschaft zu transportieren. Einmal die Woche, immer am Freitagmorgen, bringt „Aschwin Blumen“ neue Ware. Hin und wieder liefert er Rosen dazu. Schließlich steht die Rose für Neuanfang, das passt zu dem Store, der vergangenes Jahr eröffnet wurde, und ist im richtigen Topf dennoch ein Statement für Dauer. So schnell rückt niemand das Exemplar im Vordergrund weg: Es soll rund 50 Kilogramm wiegen.

          Fendi

          Hortensien und Pink-Floyd-Rosen

          Tolle Deko-Idee, die man in der Boutique von Jimmy Choo zwischen Hortensien und Pink-Floyd-Rosen entdeckt: Statt sich mit den dünnen Stielen der Blumen zu begnügen, hat der Florist „Giardino Verde“ rings um die Sträuße herum etliche dicke grüne Stengel gesteckt. Den Trick könnte man auch mal zu Hause ausprobieren. Hier jedenfalls lockt schon der Einfall Kunden ins Geschäft. Oder sie bleiben vor dem Laden stehen und bestaunen die Bouquets von der Straße aus. Übrigens sind die High Heels und Clutches natürlich auch ganz toll.

          Jimmy Choo

          Überraschungsstrauß als Gruß an den Kunden

          Zum Blumen-Design von „Magic Wonderworld“ kam Hermès in München durch Zufall. Früher ließen die Mitarbeiter sich die Deko von anderer Stelle kommen, dann hatte eine Kollegin Geburtstag und der damalige Lieferant leider geschlossen. „Magic Wonderworld“ sprang ein und steckte ein so schönes Bouquet zusammen, dass sie den Dauerauftrag gleich dazubekamen. Zweimal die Woche, montags und donnerstags, rauscht nun ein Überraschungsstrauß in die Hermès-Boutique. Meist steht er am Eingang, als Gruß an den Kunden. Die aktuellen Blumen, Tulpen und Ranunkeln, passen aber besonders gut zur Frühjahrskollektion, die im ersten Obergeschoss hängt.

          Hermès

          Blumen als Teil der Ausstattung

          Die Blumen-Deko gehört beinahe so sehr in die Ralph-Lauren-Läden wie der Polospieler zur Marke. Schließlich ist jedes Geschäft einem Landhaus nachempfunden, mal kleiner, mal größer. Ein Strauß Blumen steht immer irgendwo, in München sogar an gleich drei Orten. Julius Linke von der „Blumen Company“ sieht für den „Collection Room“ (auf unserem Bild) vor: Glockenblumen, Ranunkeln und Avalanche-Rosen. Im Zimmer für die Linie „Black Label“ stehen Lilien, und an der Kasse befinden sich noch einmal Avalanche- Rosen, aber im Blattmantel. Wie gesagt, Blumen sind hier Teil der Ausstattung.

          Ralph Lauren

          „Blumen, die leben“

          Einmal die Woche hält am Max-Joseph-Platz ein Fahrzeug der Firma „Blumen, die leben“. An diesem Januar-Vormittag sind darin roséfarbene Nelken sowie Eukalyptus- und Quittenzweige, die bei Tiffany zwischen all den Produkten der Hingucker für den ersten Blick sind. Vor dem Wandmotiv mit stilisierten Weidenzweigen wirken sie stimmig. Das Dessin ziert übrigens auch die Fassade des Tiffany- Flagships in Manhattan. Und apropos New York: Bei der Blumen-Deko denkt Tiffany global. Das Unternehmen gibt sie für jedes Geschäft auf der Welt vor. Läden wie „Blumen, die leben“ topfen das Konzept dann an Ort und Stelle ein.

          Tiffany

          Schöner als das Muster

          Freitagabends glaubt man im Moncler-Shop wirklich, man wäre in einem Blumenladen. Hier blühen (und duften) 500 Blumen! Ein ähnliches Arrangement hatte die italienische Marke auch zur Eröffnung des Geschäfts in New York organisiert. Als der Lieferant der „Flower Company“ aus München die Liste sah, soll er zunächst unsicher gewesen sein, ob er diese Mengen überhaupt bekommt, mitten im Winter. Ein paar Auszüge: Lisianthus, Anemone, Hyazinthe, Narcissus Grand Soleil. Natürlich ist am Ende Verlass auf den Floristen. Die Blumen blühen sogar noch schöner als das Muster auf den Daunenjacken im Hintergrund. Dafür sind die Jacken aber winterfest.

          Moncler

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