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Ihr Weg zum Thron (3) : Im Mantelkleid für die Ewigkeit

Mit ihrer Mutter: Die Prinzessinnen Margaret (links) und Elisabeth, hier im August 1951 in Balmoral, kleideten sich modisch – Margaret immer ein bisschen mehr. Bild: Ullstein

Prinzessin Elisabeth stand modisch oftmals hinter ihrer Schwester Margaret zurück. Und in älteren Jahren ihres Lebens hielt sie sich ohnehin bedeckt. Ein Rückblick auf das Modeleben der legendären Monarchin.

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          Noch Jahrzehnte später er­innerte sich Sir Hardy Amies an diesen Augenblick im Jahr 1950. Die junge Prinzessin Elisabeth, gerade 24 Jahre alt, und ihre um vier Jahre jüngere Schwester, Prin­zessin Margaret, kündigten sich an – und kamen wirklich in seinen Modesalon an der Savile Row. „Als ich die spätere Königin zum ersten Mal sah“, so sagte Sir Hardy 1998 der F.A.Z., „empfand ich ein tiefes Gefühl der Ritterlichkeit, das seitdem nicht nachgelassen hat.“

          Alfons Kaiser
          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Kein Wunder, dass der alte Herr, der 1909 geboren worden war und 2003 starb, diesen Augenblick nicht vergaß. Denn erst fünf Jahre zuvor hatte er sein Modehaus gegründet – der Krieg war gerade vorbei, und die Tür zur Mode stand im Wortsinn offen, denn sie war von deutschen Bomben zerstört worden. Nun begann ­seine Karriere als Schneider der Prinzessin und dann der Königin, die es ihm schließlich erlaubte, als „Dressmaker To Her Majesty“ das königliche Wappen auf sein Briefpapier zu drucken.

          Margaret kleidete sich immer sehr stilvoll

          Sir Hardy erinnerte sich an zwei junge Frauen mit gutem Geschmack. Er entwarf den Prinzessinnen Kleider mit schmaler Taille und nicht allzu langem weiten Rock. Der „New Look“, 1947 von Christian Dior eingeführt, hatte Eindruck auf die jungen Frauen gemacht. Just im Frühjahr 1950 hatten die beiden Prinzessinnen mit ihrer Mutter in der französischen Botschaft in London eine Dior-Modenschau besucht. Von dem Modeschöpfer waren sie angetan: Er beherrschte englische Manieren, und seine Entwürfe machten die armselige Kriegs- und Nachkriegszeit vergessen.

          Vor allem Prinzessin Margaret war verzaubert. Die „königliche Rebellin“ kleidete sich im Gegensatz zu ihrer konservativeren Schwester modisch: mit Blumendrucken und Sonnenbrillen, später mit Pelzstolen und Hüten mit Pfauenfedern. Dior entwarf 1950 zu ihrem 21. Geburtstag ein aus­ladendes cremefarbenes Kleid mit freier Schulter, das schon deshalb ikonisch wurde, weil Cecil Beaton sie im Buckingham-Palast vor rotem Samt und einem prächtigen Gobelin wirkungsvoll inszeniert hatte.

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          Elisabeth galt modisch als konservative Schwester

          Elisabeth musste einfach spröder sein. Ohnehin war sie zurückhaltender als ihre Schwester. Und sie war seit 1947 mit Prinz Philip verhei­ratet und hatte schon zwei Kinder, Charles, geboren 1948, und Anne, geboren 1950. Zudem musste sie immer öfter bei öffentlichen Anlässen für ihren Vater einspringen, dessen Gesundheits­zustand sich 1951 zusehends verschlechterte. Als Georg VI. starb, wurde sie am 6. Februar 1952 zur Königin proklamiert und am 2. Juni 1953 in Westminster Abbey gekrönt. Bei ihren Kleidern ging es also nicht um weib­liche Selbstverwirk­lichung, sondern um royale Repräsentation. Während Margaret sich aus dem höfischen Korsett befreite, blieb Elisabeth die nächsten sieben Jahrzehnte darin gefangen. Und während Margaret zu einer der besten Dior-Kundinnen und zu einer Stilikone wurde, musste die Königin sich in britische Mode kleiden – die der französischen weit hinterherhinkte.

          Schick in Lila: Queen Elisabeth II. vor einem Gemälde in Southampton im Jahr 2008
          Schick in Lila: Queen Elisabeth II. vor einem Gemälde in Southampton im Jahr 2008 : Bild: AFP

          Und erst die Krönung! Dafür beauftragte sie nicht Hardy Amies, sondern Norman Hartnell, einen Meister der großen Form, bekannt für üppige Kleider mit opulenten Stickereien. Er präsentierte ihr neun verschiedene Kleider, sie entschied sich für das achte, bat aber um farbige statt nur silberne Stickerei, und verlangte außer den vier nationalen Emblemen auch Symbole der Commonwealth-Staaten – ein Ahornblatt für Kanada, ein Silberfarn für Neuseeland. Die königlichen Insignien verlangten schließlich nach einem würdigen Rahmen. Um sich an die schwere Krone zu gewöhnen, setzte sie die Imperial State Crown auch schon im Palast immer wieder auf.

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